Deutschlands Imker haben in diesem Jahr deutlich weniger Honig eingeholt als in den Vorjahren. Bestätigen Halterns Imker diesen Trend? (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Bienen

Schlechte Honigernte wegen zu viel Regen – auch in Haltern am See?

Nass, kalt und windig: Das Wetter in 2021 war alles andere als ideal für die Imker und ihre Bienen. Einige Regionen in Deutschland hat es schlimmer getroffen als andere. Und Haltern?

Joachim Charfreitag bringt es auf den Punkt: „Die erste Honigernte ist bei vielen Imkern in Haltern so ziemlich ins Wasser gefallen.“ Das meint der Pressewart des Imkerfachvereins Haltern am See wortwörtlich. Das schlechte Wetter in diesem Jahr hat einer reichen Honigernte den Strich durch die Rechnung gemacht.

„Zuerst kam der Wind, dann der Regen“, sagt Joachim Charfreitag. „Da war es um die Blüten relativ schnell geschehen.“ Nicht nur die Blüten fallen bei schlechtem Wetter schnell von den Bäumen, auch die Bienen fliegen ungern bei Regen und Wind. „Das schaffen die auch gar nicht von der Kraft her“, erklärt der Hobby-Imker.

„In den meisten Regionen war es ein mageres Erntejahr“

Damit sind die Mitglieder des Halterner Imkervereins nicht alleine. In ganz Deutschland haben Imker in diesem Jahr deutlich weniger Honig eingeholt als noch in den Jahren zuvor. „In den meisten Regionen war es ein mageres Erntejahr“, teilt Imkerbund-Präsident Torsten Ellmann gegenüber der Deutschen Presseagentur mit.

Die schlechte Honigernte in 2021 lässt sich an Zahlen einer zweimal im Jahr durchgeführten Umfrage des Fachzentrums Bienen und Imkerei in Mayen festmachen: Jedes Bienenvolk brachte im Schnitt 28,3 Kilo Honig ein. Das sind 5,5 Kilo weniger als noch im Gesamtjahr 2020. Vergleicht man die diesjährige Honigernte mit den Erträgen aus 2019, waren die Einbußen ähnlich hoch. Verglichen mit 2018 kommt die diesjährige Honigernte sogar auf ein Minus von 10,5 Kilo.

Imker verzichten bei geringem Ertrag auf komplette Ernte

Das Resultat: Viele Imker verzichten komplett auf die Honigernte. Stattdessen lassen sie den Honig im Stock, damit sich die Bienen damit selbst versorgen können. Ähnliches berichtet Joachim Charfreitag aus Haltern: „Viele Imker haben die erste Tracht im Frühjahr nicht geerntet, sondern erst die zweite Sommertracht.“

In Haltern besteht die erste Frühtracht hauptsächlich aus der Kastanienblüte und Raps. In der zweiten Tracht folgt dann die Linde. „Die Zellen in den Waben waren mit der ersten Tracht nur teilgefüllt und noch nicht verdeckelt“, sagt der Hobby-Imker. Bienen verdeckeln ihre Waben, sobald der Honig reif ist. „Somit war es für uns ein sichtbares Zeichen, dass der Honig aus der Frühtracht noch nicht so weit war.“

Mischhonig aus Früh- und Sommertracht bei den Imkern in Haltern

Die Halterner Imker haben die zweite Sommertracht abgewartet. „Dann haben wir einen Mischhonig aus Kastanie und Linde geerntet“, sagt Charfreitag. Das sei aber nichts besonderes, sondern sowieso meistens der Fall. Deswegen spricht der Hobby-Imker von „Blütenhonig“ im Allgemeinen.

Die schlechte Honigernte in diesem Jahr bereitet Joachim Charfreitag keine Sorge: „Wir sind alles Hobby-Imker im Verein. Das ist einfach die Natur. Da muss man mit leben.“

Honig aus Haltern am See

Der Honig von Halterner Bienen kann direkt bei den Imkern aus dem Verein gekauft werden. Außerdem hat der Imkerverein traditionsgemäß einen Infostand beim Mühlentag und beim Heidetag – auch dort gibt es den Honig aus Haltern zu kaufen.

Über die Autorin
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In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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