Schloss Sythen: Kompromiss greifbar nahe

Dialog mit den Bürgern

Die Infoveranstaltung zur möglichen baulichen Erweiterung von Schloss Sythen, zu der Projektinitiator Michael Buttgereit Dienstagabend ins Gemeindezentrum St. Joseph eingeladen hatte, sollte Transparenz schaffen und Informationen aus erster Hand liefern.

SYTHEN

, 15.03.2017, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schloss Sythen: Kompromiss greifbar nahe

Michael Buttgereit, Geschäftsführer des Kommunikations- und Designbüros "Gute Botschafter", hatte die Bürger ins Gemeindezentrum St. Joseph eingeladen, um über die mögliche Ansiedlung des Unternehmens auf dem Gelände von Schloss Sythen zu informieren.

Der Geschäftsführer des Halterner Kommunikations- und Designbüros „Gute Botschafter“ betonte, dass die Planungen für eine mögliche Ansiedlung seines Unternehmens auf Schloss Sythen „mit Obacht und Feingefühl“ erfolgen sollen. Der Charakter des einzigartigen historischen Ortes solle nicht zerstört, die Attraktivität der Anlage dagegen aufgewertet werden. Um dieses Ziel zu verwirklichen, hat der Halterner Unternehmer den Architekten Christoph Ellermann ins Boot geholt. Sein Büro arbeitet besonders im Bereich von Denkmalpflege und Bauen im Bestand und wurde mehrfach für Projekte in der Region ausgezeichnet.

„Gute Entwicklungen“

Michael Buttgereit stellte in seinem Vortrag heraus, dass es darum gehen solle, „gute Entwicklungen“ für beide Seiten, die Guten Botschafter und die Schlossgeister, in Gang zu bringen. Schloss Sythen solle auch künftig ein historischer Identifikationspunkt mit Raum für die Pflege von Brauchtum und Veranstaltungen bleiben. Vertragliche Vereinbarungen könnten die gemeinsame Nutzung regeln. An eine Nutzung der bestehenden Gebäude durch die „Guten Botschafter“ sei nicht gedacht. Dagegen könnten aber Räume des Unternehmens bei Bedarf für den Förderverein oder auch private Zwecke zur Verfügung gestellt werden.

„Das Schloss wird weiterhin ein Ort für die Bürger bleiben“, erklärte der Unternehmer, der mit seiner Familie in Sythen wohnt. In einem Neubau möchte er auch Platz für das Angebot einer Akademie schaffen, deren Angebot sich an Teilnehmer aus dem In- und Ausland richten soll. So könnte aus Schloss Sythen ein Ort mit Strahlkraft weit über die Region werden, an dem gleichzeitig Traditionen gepflegt und kreative Arbeit entsteht.

Erste Überlegungen

Anschließend präsentierte Christoph Ellermann erste Überlegungen zum Projekt. „Das hat aber noch nichts mit Architektur zu tun“, führte er aus. Das Raumprogramm mache rund 1280 Quadratmeter notwendig. An beiden Standortvarianten wäre eine zwei-, in Teilen dreigeschossige Bauweise angedacht. Die Höhenentwicklung orientiere sich am Bestand und werde diesen nicht überragen. Der Architekt machte auch deutlich, dass die Ergebnisse von artenschutz- und wasserschutzrechtlichen sowie archäologischen Überprüfungen das Projekt zu Fall bringen könnten. Außerdem wäre eine Änderung des Bebauungsplanes erforderlich.

In der Fragestunde wurden Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens, der Vereinbarkeit der unterschiedlichen Interessen und der möglichen Schaffung weiterer Parkplätze geäußert. Obwohl noch so viele Fragen offen seien, würden Steuergelder verbrannt, weil sich bereits Behörden, auch die Stadt Haltern, mit dem Projekt befassen. Auch dass Michael Buttgereit bei seiner privaten Einladung zum Dialog auf die Unterstützung der Stadt verzichtete, kam nicht bei allen Bürgern gut an. Sie hätten sich gern mit ihren Fragen, zum Beispiel zum weiteren Ablauf des Projektverfahrens, direkt an einen Vertreter der Verwaltung gewandt. Es gab während der Veranstaltung aber auch positive Rückmeldungen zu dem geplanten Projekt.

Bebauung im Innenhof mit Förderverein nicht zu machen

Wilhelm Haverkamp, Vorsitzender des Fördervereins, betonte noch einmal, dass eine Bebauung des Schlossinnenhofes bei den Ehrenamtlichen nicht durchzusetzen ist. Dann würde die Rentnerband sofort ihre Arbeit niederlegen, machte ihr Sprecher Heinz Höhnerhaus am Mittwoch auf Anfrage der Redaktion deutlich.

 

In eigener Sache: Wegen eines Missverständnisses hatten wir an dieser Stelle zuerst berichtet, dass ein Kompromiss gescheitert sei. Das ist falsch. Wir bitten dies zu entschuldigen.

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