Britta Büser (3.v.l.), Silvia Wilstacke, Steffi Hagedorn, Daniela Wesseling, Christian Holz und Nicole Grote-Westrich (v.l.) und ihre Kinder haben sich Sorgen um den Schulbusverkehr gemacht. © Lena Heckmann
Schulweg

Schreck am Morgen: Busfahrer fuhr an der Lambertusschule vorbei

Der Schreck war groß, als der Busfahrer am Morgen nicht an der Lambertusschule in Lippramsdorf anhielt. Die Grundschüler mussten knapp zwei Kilometer zurücklaufen.

Britta Büser war sehr erschrocken, als sie erfuhr, dass zehn Schulkinder, darunter Erstklässler und Erstklässlerinnen und ihre eigenen Kinder, weinend allein aus dem Bus aussteigen und dann knapp zwei Kilometer von der Haltestelle Inselweg bis zur Schule laufen mussten. Obwohl die Kinder den Haltewunschknopf gedrückt hatten, hatte der Schulbus am Donnerstagmorgen nicht an der Grundschule in Lippramsdorf gehalten.

„Ich fühle mich nicht gehört“

Auf Nachfrage der Kinder habe der Busfahrer erklärt, die Haltestelle stünde nicht in seinem Plan und daher könne er dort nicht halten. Die Kinder seien dann auf eigene Initiative zwei Haltestellen weiter am Inselweg ausgestiegen. „Ich fühle mich nicht gehört,“ sagt Britta Büser. „Ich habe versucht, bei der Vestischen jemanden zu erreichen, bin aber zweimal nur für längere Zeit in der Wartschlange gelandet. Auch schriftliche Anfragen wurden nicht beantwortet. Die Stadt hat sich der Thematik ebenfalls nicht angenommen und an die Vestische verwiesen.“

Als Eltern von Busfahrkindern sei man bereits einiges gewohnt. „Es kommt immer mal wieder vor, dass Bushaltestellen ausgelassen werden“, erklärt Büser. „Aber dass die Kinder nicht an der Schule angekommen sind, ist natürlich erschreckend.“

Ihre zwei Kinder sind an der Haltestelle Zum Büning in Eppendorf eingestiegen. Von dort sind es neun Stationen und knapp zehn Minuten Fahrtzeit bis zur Lambertus-Grundschule in Lippramsdorf.

Grundschule Lippramsdorf nicht in analogem Plan enthalten

Christoph van Bürk, Pressesprecher der Vestischen, erklärt die Situation wie folgt: „Der Fahrer, der die Tour übernommen hat, war erst seit Kurzem als Busfahrer für ein Subunternehmern der Vestischen tätig. Er hat sich an der analogen Fahrerkarte orientiert, in der die Haltestellen leider nur stichwortartig eingezeichnet sind und nicht an dem stets aktuellen Plan auf dem Display des Fahrplandruckers.“

Gerade die Grundschule in Lippramsdorf sei dort nicht eingetragen gewesen. Der Pressesprecher macht auf noch fehlende Erfahrungswerte aufmerksam. „Ein langjährig tätiger Fahrer hätte bemerkt, dass die Fahrt zwischen Lippramsdorf Mitte und der Haltestelle Freiheit zu lang ist und da noch eine Haltestelle dazwischen liegen muss.“

Viel Verständnis für die Sorgen der Eltern

Der Busfahrer sei ausländischer Herkunft und habe die Kinder daher nicht genau verstanden. Der Pressesprecher ergänzt: „Die Sprachbarriere und die fehlende Erfahrung haben zu diesen unglücklichen Umständen geführt. Das darf natürlich nicht passieren und ich habe großes Verständnis für die Sorgen der Eltern, da ich selbst Kinder in dem Alter habe. Natürlich sollen die Kinder sicher und gut an der Schule ankommen, insbesondere Erstklässler, die noch nicht so viel Erfahrung mit dem Busfahren haben.“ Die Vestische sichert daher zu, dass der Fahrer darauf aufmerksam gemacht wurde und es ihm sehr Leid tue. Ein Fall wie dieser werde in Zukunft nicht mehr vorkommen.