Schützengilde Haltern erlebt Durststrecke aufgrund der Corona-Krise

rnFinanzielle Sorgen

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen bringt auch Probleme für die Schützengilde Haltern mit sich. Wichtige Einnahmen sind zuletzt weggebrochen, wie Gildepräsident Axel Schmäing betont.

Haltern

, 12.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Gildehaus der Schützengilde an der Wasserwerkstraße 5 ist seit 2017 ein beliebter Treffpunkt für die Halterner Schützen. Mit viel Fleiß und Einsatz haben sich die Kompanien hier, seit dem Spatenstich im April 2015, ihr eigenes „Zuhause“ geschaffen. Die Eigennutzung durch die regelmäßigen Schießabende, aber auch die Vermietung der Räumlichkeiten für private Feierlichkeiten hatten Gelder in die Kasse der Schützengilde fließen lassen. „Der Raum ist seit der Eröffnung an nahezu allen Wochenenden ausgebucht gewesen“, sagt Gildepräsident Axel Schmäing, Präsident der Halterner Schützengilde.

Doch in den vergangenen Monaten mussten die Türen am Schützenheim geschlossen bleiben. „Der Betrieb war über viele Wochen komplett eingestellt. Alle geplante Feiern wurden abgesagt. Dadurch sind natürlich auch alle Einnahmen entfallen“, so Schmäing. Der Verein habe die Soforthilfe des Landes in Anspruch genommen, um so die Ausfälle auffangen zu können. Auch die Überbrückungshilfe, die jetzt anläuft, wurde beantragt. „Wir erleben, wie viele andere Vereine und Betriebe, eine Durststrecke.“

Finanzierung könnte länger dauern

Rund 650.000 Euro haben Haus und Grundstück gekostet. Die Finanzierung hat die Gilde über eine örtliche Bank abgeschlossen. „Sicher werden wir das Haus behalten und unsere Kredite weiter bedienen können, aber es ist nicht auszuschließen, dass uns die Finanzierung länger als anfangs geplant beschäftigen wird.“

Erst vor wenigen Wochen, nach weiteren Lockerungen der NRW-Landesregierung, habe man den Schießbetrieb vorsichtig unter Einhaltung strenger Hygieneauflagen wieder aufnehmen können, so Schmäing weiter. Aufgrund der Abstandsregelungen dürfen aktuell aber nur fünf der zehn Schießbahnen zeitgleich belegt werden. Zudem müssen die Gewehre regelmäßig desinfiziert werden.

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Der Thekenbereich ist weiterhin gesperrt, die Ausgabe von Getränken noch nicht wieder möglich. Eine Fremdnutzung durch Vermietung wird es wohl vorerst auch nicht geben. „Viele verschieben ihre privaten Festlichkeiten lieber. Schon jetzt sind zahlreiche für die zweite Jahreshälfte geplante Feiern abgesagt worden.“ Einziger Vorteil: Die Ausgaben, zum Beispiel für Strom und Wartung, dürften in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen.

Für den Verein ist darüber hinaus eine weitere, wichtige Einnahmequelle weggebrochen. Die mobile Vogelstange, die man eigens gebaut hatte, um sie an andere Schützenvereine zu vermieten, steht ungenutzt im Lagerraum. „Es finden ja keine Schützenfeste mehr statt. Daher braucht derzeit auch niemand unsere Vogelstange“, erklärt Schmäing.

Beitragserhöhung war schon vor Corona geplant

Im Frühjahr sollte die Mitgliederversammlung der Schützengilde stattfinden, auf der die Mitglieder auch über eine Beitragserhöhung abstimmen sollten. Doch die Veranstaltung fiel ebenfalls der Corona-Krise zum Opfer. Schmäing: „Wir hoffen, dass es bald weitere Lockerungsmaßnahmen gibt und wir die Versammlung schnellstmöglich nachholen können.“

Für Axel Schmäing wird es die letzte Versammlung als Präsident der Gilde. Er hatte bereits vor dem Schützenfest im vergangenen Jahr angekündigt, nach vielen Jahren im Amt künftig nicht mehr kandidieren zu wollen.

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