Halterner wollen Selbsthilfegruppen für depressiv Erkrankte und ihre Angehörigen gründen

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Wenn die Erkrankung Depression das Leben beeinflusst, kann ein Austausch mit anderen hilfreich sein. Zwei neue Selbsthilfegruppen sollen dafür bald den Raum schaffen.

Haltern

, 22.02.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Krankheit Depression ist die Verbindung zwischen zwei Halternern. Sie (53) wandte sich auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe für Angehörige an das Psychologische Beratungszentrum (PBZ) in Haltern. Dort erfuhr sie vom 35-jährigen Betroffenen, der sich ebenfalls ehrenamtlich einbringen möchte.

So entstand der Kontakt und die gemeinsame Idee, zwei Selbsthilfegruppen ins Leben zu rufen, die eine für depressiv Erkrankte, die andere für Angehörige. Im April sollen im PBZ an der Kirchgasse 1 die ersten Treffen stattfinden. So bleibt genügend Zeit für die Vorbereitung: Am 22. April (Mittwoch) um 19.30 Uhr für Angehörige, am 23. April (Donnerstag) um die gleiche Zeit für Betroffene. Die Anmeldung erfolgt ebenfalls über das PBZ (Tel. 02364/13200).

Die Gruppen sollen sich selbst organisieren

Wie es dann weitergeht, steht noch nicht fest, denn die beiden Initiatoren, die ihre Idee bei einem Besuch in der Redaktion vorstellten, wollen sich nicht als jeweilige Leiter der Gruppen installieren. Vielmehr sollen diese sich selbst durch gemeinsame Entscheidungen organisieren. Es gibt lediglich eine grobe Planung, wonach die Gruppen im späteren Verlauf auch einmal zusammen treffen könnten, um beispielsweise Experten zu Themen zu hören, die mit Depressionen zusammenhängen.

„Es wäre schön, Leute zu finden, denen es ähnlich geht“, erklärte die 53-Jährige, deren Mann unter Depressionen leidet. Andere Angehörige könnten vielleicht besser verstehen, dass man manchmal eine „Sch...-Wut“ in sich trage. Mit der Erkrankung gehe ihre Familie offen um. „Aber es fragen nicht viele Leute nach, wie es mir geht“, berichtete sie über ihre Erfahrungen.

Die Krankheit Depression hat verschiedene Gesichter

Der 35-jährige Halterner, der die Betroffenengruppe starten möchte, wurde das erste Mal mit 18 Jahren kurz vor dem Abitur von der Krankheit aus der Bahn geworfen. Erst als er 30 war, sei diese bei ihm offiziell diagnostiziert worden.

Die Erkrankung habe unterschiedliche Gesichter, erklären beide Ideengeber für die Selbsthilfegruppen. „Ich bin teilweise ewig lange Strecken gejoggt. Desto mehr ich mich körperlich beansprucht habe, desto weniger musste ich mich mental mit meinen Problemen auseinandersetzen und Fragen beantworten“, beschreibt der 35-jährige Halterner sein Verhalten.

Beide Initiatoren wünschen sich einen Austausch, der Probleme zum Thema macht, der dabei hilft, Unterstüzung zu finden und zu beantragen und auch durch den Dschungel der Bürokratie führt. Darüber hinaus soll in den Gruppen auch das Gefühl vermittelt werden, nicht allein mit der Krankheit Depression zu sein.

Die Selbsthilfegruppen ersetzten jedoch keinen Besuch beim Facharzt oder eine Therapie.

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