Senior-Bankräuber legt Geständnis ab

"Leben ist verkorkst"

Im Gerichtsprozess um einen missglückten Banküberfall in Bochum hat einer 65-jähriger Camper aus Haltern am See am Freitag ein Geständnis abgelegt. Dabei flehte er seine Frau inständig an: „Bitte, bitte warte auf mich.“

HALTERN

von Jörn Hartwich

, 26.08.2016, 12:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vor sechs Monaten hatte der 65-Jährige zusammen mit einem 69-Jährigen aus Essen in Bochum eine Bank überfallen. Seit Anfang August steht das „Rentner-Duo“ vor Gericht.

Abrechnung

Was der x-fach vorbestrafte Rentner zu sagen hatte, war vor allem auch eine Abrechnung mit sich selbst. „Mein Leben ist verkorkst“, sagte er vor dem Bochumer Landgericht. „Dass ich nun erneut vor Gericht stehe, belastet mich sehr.“ Doch nun sei der Wendepunkt gekommen. „Ich werde nie wieder einen Überfall begehen. Meine kriminelle Laufbahn ist beendet.“

Genau das hatte er nach seiner letzten Haftentlassung im Jahr 2009 allerdings auch gesagt. Anfangs haben die guten Vorsätze auch gehalten. Als er dann jedoch seinen Job als „Trucker“ verloren hat, plante er gleich den nächsten Coup. Am 23. Februar 2016 war er schließlich bewaffnet in einer Bochumer Sparkassen-Filiale aufgetaucht und hatte 12.000 Euro erbeutet. Was er nicht wusste: Zwischen den Geldscheinen war ein Peilsender versteckt.

Überschätzt

Im Prozess sagte der „Senior-Räuber“ dazu nur: „Ich habe mich hinsichtlich der modernen Sicherheitstechnik überschätzt.“ Mitangeklagt ist ein 69-Jähriger Mann aus Essen. Er hatte das Fluchtfahrzeug gefahren. 

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