Sind Ahornbäume am Hellweg von einer gefährlichen Krankheit befallen?

rnKranke Ahornbäume

Anwohner Martin Ketelsen hat am Hellweg einen Pilzbefall an Ahornbäumen festgestellt. Manche der Krankheiten können auch für Menschen gesundheitsschädlich sein.

Haltern

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Ahornblätter, die Martin Ketelsen in seinem Garten im Hetfeld einsammelt, sind blassgelb bis grau verfärbt und teilweise fleckig oder marmoriert. „Davon habe ich schon hunderte zusammengefegt“, sagt er. Und er macht es sich Sorgen, dass es sich dabei um einen gefährlichen Pilzbefall handeln könnte.

„In Bonn mussten 500 Ahornbäume gefällt werden“, sagt Ketelsen, der dort Verwandte hat. „Ich möchte ausschließen können, dass es sich bei dem Befall in Haltern um den gleichen Pilz handelt.“

In Bonn wurden 500 Ahornbäume gefällt

In der ehemaligen Bundeshauptstadt am Rhein waren die Bäume von der sogenannten Rußrindenkrankheit befallen. Durch die Trockenheit des letzten Jahres sind Ahornbäume überall in Deutschland anfällig für Krankheiten und stellenweise von dem Pilz befallen, der diese Krankheit auslöst. Die Sporen, die dieser Pilz ausbildet, können zur Entzündung von Lungenbläschen führen und allergische Reaktionen im Körper auslösen, berichtete der Bonner Generalanzeiger. Mögliche Folgen können Reizhusten, Atemnot, Fieber und Schüttelfrost sein. Die Symptome klingen nach kurzer Zeit, spätestens aber nach zwei Wochen ohne weitere Therapie ab. Spaziergänger seien nicht gefährdet, allerdings sollten sie die Bäume nicht berühren. Es gibt allerdings auch zahlreiche andere harmlose Pilzarten, die den Ahorn befallen können. Die beiden Bäume am Halterner Stadtrand stehen neben Martin Ketelsens Garten auf städtischem Gelände am Hellweg.

Die Trockenheit 2018 setzte den Ahornbäumen zu

„Die Trockenheit hat Ahornbäumen im letzten Jahr zugesetzt und sie anfälliger gemacht“, bestätigt Volker Adamiak, Forstökologe beim Regionalverband Ruhr (RVR). „Betroffen sind vor allem Bäume in höheren Lagen, die wenig Zugang zum Grundwasser haben. In Tallagen, etwa am Ufer der Lippe, sind sie weniger betroffen“.

Die Rußrindenkrankheit äußere sich zunächst durch Blattverlust und ein Ausdünnen der Baumkrone von oben. Im Endstadium träten dann Risse in der Rinde auf, unter denen sich schwarze Pilzsporen befinden, die sich mit der Luft vermischen. „Diese einzuatmen kann Gesundheitsschäden verursachen, allerdings nur, wenn man sich dem Baum nähert“, so Adamiak.

Befallen ist hauptsächlich der Bergahorn, dessen größte Vorkommen sich in den Mittelgebirgen befinden. „Er macht etwa fünf Prozent des Baumbestandes aus“, sagt Volker Adamiak. „In der Ruhrregion gehört er nicht zu den weit verbreiteten Arten.“

Baubetriebshof nahm eine Blattprobe

Martin Ketelsen hat sich inzwischen mit der Stadt Haltern in Verbindung gesetzt. „Mitarbeiter der Stadt haben sich die Bäume angesehen und jetzt eine Blattprobe genommen“, sagt er. Er möchte sicher gehen, dass von den Bäumen keine Gefährdung ausgeht.

Im Baubetriebshof der Stadt geht man davon aus, dass wohl nur einer die Veränderungen aufweist. „Die Blattprobe wird noch genauer untersucht. Das kann einige Tage dauern“, sagt Stadtsprecher Georg Bockey. „Sollte es sich tatsächlich um die Rußrindenkrankheit handeln, müsste der Baum wohl gefällt werden. Das ist aber noch nicht sicher.“

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