Liebevolles Gedenken in der Sixtus-Kirche an die Opfer der Flugzeugkatastrophe

rnAndacht zum 24. März

Das Erinnern an die unbegreifliche Flugzeugkatastrophe vor vier Jahren in den französischen Alpen führte Menschen am Abend des 24. März zur Andacht in der Sixtus-Kirche zusammen.

Haltern

, 25.03.2019 / Lesedauer: 3 min

19 Uhr, Sixtuskirche: Zu dieser Stunde versammelten sich vor vier Jahren täglich Halterner, um nach dem Germanwings-Absturz Trauer und Schmerz an einem zentralen Ort der Stadt zu teilen. 19 Uhr, Sixtuskirche: Vier Jahre später kommen weniger, aber immer noch unzählige Menschen zusammen, um sich mit Angehörigen und Freunden zu erinnern und in Gedanken Orte zu suchen, die sie mit den Opfern der Flugzeugkatastrophe vom 24. März 2015 verbinden.

Pfarrer Karl Henschel, Pastoralreferent Gregor Coerdt, Krankenhaus-Seelsorger Hans-Jürgen Ludwig und Beate Keppler von der Gastkirche Recklinghausen gestalteten die ökumenische Andacht in der katholischen Kirche. In die Bänke legten sie Doppelkarten mit Fotos von öffentlichen Erinnerungsorten. „Im Februar, als wir Bilder auf dem Sundernfriedhof machten, kam nach vielen Regentagen die Sonne hervor. Sie tauchte die Gedenkstätte in ein neues Licht und rührte unsere Seelen an“, erzählte Hans-Jürgen Ludwig. „Es war wie eine Berührung mit einer anderen Welt, in der jetzt die 16 Schüler und ihre beiden Lehrerinnen leben.“

Tröstende Orte

„Sind sie gut aufgehoben, im Licht, im Himmel?“, fragte Pfarrer Henschel in seiner Predigt. Er zitierte aus dem Psalm „Der Herr ist mein Hirte“, um Trost und Zuversicht zu spenden, auch vier Jahre nach dem Tag, der alles in Frage stellte. Orte aufzusuchen und sich zu erinnern an die, die genommen wurden und die fehlen - das helfe, um die geliebten Kinder nahe kommen zu lassen, versicherte Hans-Jürgen Ludwig. Für jeden gebe es persönliche und tröstende Orte: das liebevoll gepflegte Grab, die Absturzstelle in den Bergen, das Zimmer, die Schule. „Sie verbinden die Trauernden und die Verstorbenen über alle Grenzen hinaus.“

Fürbitte für die Familien

Bürgermeister Bodo Klimpel sprach die Fürbitten. Er betete mit den Andachtsbesuchern für alle Eltern, Geschwister und Großeltern, damit sie in ihrer Trauer gestützt und nicht vom Schmerz erdrückt werden. Als Gregor Coerdt die Namen der verstorbenen Schülerinnen und Schüler und ihrer Lehrerinnen verlas, wurde es ganz besonders still in der Kirche. Da rührte eines der leidvollsten Kapitel in Halterns Geschichte die Herzen wieder so sehr wie vor vier Jahren.

Kantor Thomas Drees (Orgel), Carolin Wessels (Saxophon) und Stefan Wessels (Keyboard) untermalten die Andacht musikalisch. Carolin Wessels spielte als Solo das Stück „Auferstehung“, das sie ein Jahr nach dem 24. März 2015 komponiert hatte. Der Beitrag ging unter die Haut.

Am Montag (25. März) gedenkt die Schulgemeinde des Joseph-König-Gymnasiums um 12.30 Uhr an der Gedenkstätte auf dem Schulhof (Holtwicker Straße) der Opfer der Flugzeugkatastrophe.

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