So bereitet sich Haltern am See auf einen großen Stromausfall vor

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Stundenlang standen in New York am Wochenende U-Bahnen und Aufzüge still: Ein flächendeckender Stromausfall war Schuld. Ist Haltern am See auf so einen Blackout vorbereitet?

Haltern

, 15.07.2019 / Lesedauer: 3 min

In New York City waren am Samstagabend rund 70.000 Menschen von dem Stromausfall betroffen - immerhin knapp zweimal Haltern am See. In Argentinien und Uruguay war ein Stromausfall vor vier Wochen noch viel weitreichender: Dort waren sogar mehr als 40 Millionen Menschen ohne Strom. Was passiert in Haltern am See, wenn es mal länger dunkel bleibt?

„Wir haben schon vor langer Zeit damit begonnen unsere Leitungen weitestgehend unter die Erde zu verlegen, also Freileitungen abzubauen“, sagt Uschi van den Houten von den Stadtwerken: „Damit haben wir einen großen möglichen Störfaktor eliminiert.“ In den USA sei das etwa aus Kostengründen häufig anders.

Im Schnitt fällt für 12 Minuten pro Jahr der Strom aus

Die Stadtwerke-Sprecherin sieht Deutschland in einer besonders guten Situation: „Laut Statistik der Bundesnetzagentur liegt die Ausfallzeit pro Kunde in Deutschland bei etwa 12 Minuten pro Jahr. Damit nimmt Deutschland weltweit einen Spitzenplatz ein.“

Die Halterner Stadtwerke betreiben drei Umspannwerke: an der Annabergstraße, in Lippramsdorf und in Hullern. Rund um die Uhr gebe es einen Bereitschaftsdienst, der bei einem Ausfall versucht, die Versorgung in kurzer Zeit wiederherzustellen. Auch bei den vorgelagerten Netzbetreibern (Westnetz und Amprion) sei das so geregelt.

Der Stromlieferant der Halterner Stadtwerke ist die Energiehandelsgesellschaft West in Münster. So schlüsseln die Stadtwerke ihre Gesamtstromlieferung auf:

Wie viele Notstromaggregate es in Haltern am See gibt, können die Stadtwerke nicht sagen. „Für die Installation und den Betrieb von Notstromaggregaten ist jedes Unternehmen oder jeder Haushalt selbst verantwortlich“, sagt Uschi van den Houten. Eines dieser Aggregate gibt es bei den Stadtwerken für die eigene Verwaltung.

Krankenhäuser sind zu Notstromaggregaten verpflichtet

Außerdem ist das Sixtus-Hospital verpflichtet, eine unterbrechungsfreie Stromversorgung zu haben. Die Versorgung in einem Operationssaal darf nie ausfallen. „Eine Reihe weiterer Unternehmen haben Notstromaggregate, diese sind uns aber nicht alle bekannt“, so die Stadtwerke-Sprecherin.

Die Halterner Stadtwerke versichern übrigens, dass auch bei größerem Wachstum der E-Mobilität das Stromnetz stabil bleibe: „Im gleichen Maß wie E-Fahrzeuge in den Markt drängen, sind wir in Lage, die Versorgung der zusätzlichen Verbraucher sicherzustellen. Durch das Beladen der E-Fahrzeuge droht in Haltern jedenfalls kein Black-out.“

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