So heftig hat das Unwetter gewütet

Der Tag nach dem Regen

"So heftige Auswirkungen eines Gewitters mit Starkregen haben Lippramsdorf und Bergbossendorf wohl noch nie erlebt." So lautet das Fazit, das Werner Schulte, Leiter der Halterner Rettungswache der Feuerwehr, nach den Unwettereinsätzen vom Dienstag zieht.

HALTERN

, 08.06.2016, 15:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
So heftig hat das Unwetter gewütet

Fahrzeuge des Landesbetriebs Straßen NRW Straßen NRW räumten die Fahrrad- und Gehwege entlang der Dorstener Straße

Insgesamt waren 105 Feuerwehrleute an 80 Einsatzorten gefordert. Die letzen konnten gegen 22.30 Uhr wieder einrücken. Die Heftigkeit der Auswirkungen beschreibt der erfahrene Feuerwehrmann so: "Wir haben in den vergangenen Jahren natürlich immer wieder mal erlebt, dass das Wasser in den Kellern 30 oder 40 Zentimeter hoch stand, jetzt waren am Dienstag aber zahlreiche Keller bis zur Oberkante vollgelaufen. Entsprechend lange hat es dann gedauert, bis die einzelnen Häuser von diesem Wasser befreit waren, wir mussten teilweise eineinhalb Stunden pumpen." Ebenso tatkräftig war das Technische Hilfswerk beteiligt.

Strom abgeschaltet

Werner Schulte begründet, warum er die Sirenen angestellt hat. "Spätestens dann wusste jedes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, dass wir eine richtig ernste Lage hatten." Insofern ist er auch sehr zufrieden, dass so viele - teils direkt nach ihrem Feierabend - hilfreich mitgewirkt haben.

Probleme hatten die Helfer beispielsweise auch deshalb, weil der hohe Wasserstand in den Kellern bis zu den Stromkästen und darüber hinaus angestiegen war. "Deshalb mussten wir in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken die Straßen Inselweg und Heerstraße stromlos machen, um die Sicherheit der Helfer nicht zu gefährden."

Nicht alltäglich

Aufgrund des Wassers hat es in der Burgstraße einen Kellerbrand geben, weil die Heizung in Flammen stand. "Wir mussten unter Atemschutz löschen, obwohl schon Wasser im Keller war", beschreibt Schulte die nicht alltägliche Situation. Zum Glück konnte das Feuer schnell gelöscht werden, Personen kamen nicht zu Schaden.

Am Mittwoch waren Mitarbeiter des Baubetriebshofs, die noch am Dienstagabend die Kanalisation gespült hatten, dabei die Straßen zu säubern, um anschließend die Abwasserkanäle erneut zu spülen, teilt die Stadt Haltern in einer Pressemitteilung mit.

Entlang der Dorstener Straße war der Landesbetrieb Straßen NRW im Einsatz. Hier war vor allem der Rad- und Fußweg betroffen, der teilweise komplett von Schlamm überspült war, der von den höher gelegenen Feldern darüber geschwemmt worden war.

Tagespflege war evakuiert

Den Lambertusstift hatte es besonders stark getroffen. „Das Wasser stand etwa 40 Zentimeter hoch vor den Fenstern“, sagt Wilfried Kersting, Leiter des Lamberstusstifts in Lippramsdorf. In der Seniorenwohneinrichtung an der Dorstener Straße musste am Dienstag die Tagespflege, die im Untergeschoss untergebracht ist, komplett evakuiert werden. „Das Wasser schoss in solchen Mengen von der Südseite auf unsere Terrasse, dass die Entwässerung das nicht mehr bewältigen konnte“, so Kersting. Die Mitarbeiter dichteten notdürftig die Fenster ab, trotzdem drang immer mehr Wasser in die Räume ein. „Mit Schneeschaufeln haben wir versucht, das Wasser in große Eimer zu schaufeln“, berichtet Wilfried Kersting. „12 unserer Mitarbeiter waren dafür im Einsatz.“ Die Besucher der Tagespflege wurden in den oberen Wohngruppen untergebracht oder wenn möglich nach Hause gefahren. Das Mobiliar wurde, so weit es ging, in Sicherheit gebracht. Zwei Löschzüge der Feuerwehr rückten an, um den Terrassenbereich leer zu pumpen. Noch am nächsten Morgen waren die Mitarbeiter dabei, das Untergeschoss zu säubern Unter anderem wurden die Verkleidungsleisten der Küche entfernt, um alles trocken zu legen.

- Im Rahmen der Soforthilfe hat Bürgermeister Bodo Klimpel veranlasst, dass am Donnerstag und Freitag (9. und 10. Juni) in den betroffenen Straßen der unteren Freiheit der Sperrmüll abgefahren wird.
- Der Sperrmüll kann an beiden Tagen an den Straßenrand gestellt werden.
- Wenn auch in der kommenden Woche weiterhin Bedarf besteht, sollten die Anwohner in der Stadtverwaltung anrufen, um weitere individuelle Abfuhrtermine abzusprechen.
- Möglich ist das unter Tel. 93 33 31 und 93 33 32.

 

 

 

 

 

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Starkregen setzt Lippramsdorf unter Wasser

Das Gewitter hatte es in sich für den Halterner Ortsteil Lippramsdorf: Zahlreiche Keller, Gärten, Straßen standen unter Wasser. Anwohner und Feuerwehr arbeiteten unter Hochdruck. Ein paar Bilder finden Sie in unserer Fotostrecke.
07.06.2016
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Ein Einsatzfahrzeug des Baubetriebhofes der Stadt säuberte die Heerstraße.© Foto: Jürgen Wolter
Ein mehr als ein Meter tiefer Krater tat sich auf dem Maisfeld von Landwirt Dammann in Bergbossendirf auf. Jan Dammann verfüllte ihn am Morgen mit seinem Trecker.© Foto: Jürgen Wolter
Im Lambertusstift war im Untergeschoss Saubermachen angesagt.© Foto: Jürgen Wolter
Ein mehr als ein Meter tiefer Krater tat sich auf dem Maisfeld von Landwirt Dammann in Bergbossendirf auf. Jan Dammann verfüllte ihn am Morgen mit seinem Trecker.© Foto: Jürgen Wolter
Statt Gartenparty gab es für Steffi Budde diesen Blick aus ihrem Fenster.© Foto: Budde
Fahrzeuge des Landesbetriebs Straßen NRW Straßen NRW räumten die Fahrrad- und Gehwege entlang der Dorstener Straße
Fahrzeuge des Landesbetriebs Straßen NRW Straßen NRW räumten die Fahrrad- und Gehwege entlang der Dorstener Strtaße© Foto: Jürgen Wolter
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
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