So meldet man in Haltern ein Osterfeuer an

Brandheißes Brauchtum

Bräuche zu Ostern gibt es viele - Feuer gehören auf jeden Fall dazu. Aber wer darf eigentlich ein Osterfeuer veranstalten, was gibt es für Vorschriften und Auflagen? Wir klären die wichtigsten Fragen rund um Osterfeuer in Haltern.

HALTERN

, 09.03.2016 / Lesedauer: 3 min
So meldet man in Haltern ein Osterfeuer an

Viele Menschen kommen traditionell zu den Osterfeuern in Haltern.

Wer darf eigentlich Osterfeuer ausrichten? Dürfen das auch Privatpersonen oder ist ein Osterfeuer immer an eine bestimmte Organisation gebunden?

Der Zweck eines Osterfeuers ist ja nicht der, pflanzliche Abfälle durchs Verbrennen zu beseitigen, erklärt Stadtsprecher Georg Bockey auf Anfrage unserer Zeitung. "Brauchtumsfeuer dienen der Brauchtumspflege und sind dadurch gekennzeichnet, dass eine in der Ortsgemeinschaft verankerte Glaubensgemeinschaft, Organisation oder ein Verein das Feuer unter dem Gesichtspunkt der Brauchtumspflege ausrichtet und das Feuer im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung für jedermann zugänglich ist", stellt er weiter klar.

Was darf auf dem Brennhaufen eines Osterfeuers landen?

Da gibt es klare Regeln. Bei Brauchtumsfeuern dürfen so nur unbehandeltes Holz, Baum- und Strauchschnitt oder sonstige Pflanzenreste verbrannt werden. Behandeltes oder beschichtetes Holz und natürlich Abfälle dürfen nicht mit verbrannt werden. "Andere Stoffe, insbesondere Mineralöle, Mineralölprodukte oder andere Abfälle dürfen weder zum Anzünden noch zur Unterhaltung des Feuers genutzt werden", stellt Georg Bockey klar.

Was gibt es sonst noch für Auflagen?

Vorgeschrieben ist, dass die Feuerstelle erst kurzfristig - einen Tag vor dem Anzünden - aufgehäuft werden darf. Das Holz soll vorm Verbrennen auch noch mal umgeschichtet werden, "damit Tiere hierin keinen Unterschlupf suchen können und dadurch vor dem Verbrennen geschützt werden", so Georg Bockey. Außerdem müssen immer zwei Personen, von denen eine über 18 Jahre alt sein muss, das Feuer ständig beaufsichtigen. Sie müssen auch an der Feuerstelle bleiben, bis sie vollständig erloschen ist.

Gibt es Mindestabstände, die eingehalten werden müssen?

Ja, die gibt es. Georg Bockey listet auf: "Erstens mindestens 100 Meter von zum Aufenthalt von Menschen bestimmten Gebäuden, zweitens 25 Meter von sonstigen baulichen Anlagen, drittens 50 Meter Abstand von öffentlichen Verkehrsflächen, viertens 100 Meter von Wäldern, fünftens 25 Meter von Wallhecken und Windschutzstreifen, Feldgehölzen und Gebüschen, sechstens 10 Meter von befestigten Wirtschaftswegen."

Bei welchen Wetterverhältnissen darf das Brauchtumsfeuer nicht angezündet werden?

"Das Feuer darf bei starkem Wind nicht angezündet werden. Das Feuer ist bei einem aufkommenden starken Wind unverzüglich zu löschen", so Georg Bockey.

Müssen Veranstalter ihre Osterfeuer anmelden?

Ja, so Georg Bockey. Alle Osterfeuer müssen schriftlich beim Ordnungsamt angemeldet werden - "Mail genügt", so Georg Bockey. Die Adresse lautet: ordnungsamt@haltern.de. Folgende Fragen sollten dabei beantwortet werden, sagt er weiter: "Wer macht wann, wo, was? Wie hoch ist der Brandhaufen? In welchem Abstand befinden sich brandgefährdete Einrichtungen wie Wälder, Gastanks, Häuser und so weiter? Welche Sicherheitsvorkehrungen werden getroffen (Feuerlöscher, Wasserschlauch, Schaufel zur Glutabdeckung, Handy für Notruf parat?)?"

Bis wann nimmt das Ordnungsamt Anmeldungen für Osterfeuer an?

Das ist noch bis einschließlich Gründonnerstag (24. März) während der Dienstzeit möglich, so Georg Bockey. "Das Ordnungsamt informiert dann die Feuerwehr über die Abbrennorte und -zeiten von Osterfeuern", erklärt er außerdem, warum eine Anmeldung notwendig ist.

Wurden auf Halterner Stadtgebiet schon Osterfeuer angemeldet?

Ja. 13 Osterfeuer-Anmeldungen sind beim Ordnungsamt eingegangen (Stand gestern).

Wie viele Osterfeuer gab es im vergangenen Jahr in Haltern?

Ungefähr 30 Osterfeuer gab es im vergangenen Jahr - und auch in den Jahren davor. Es sollten, bis es dann soweit ist, also noch ein paar Anmeldungen beim Ordnungsamt eintrudeln.Marie Rademacher

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