So will die Stadt Haltern genug Kita-Plätze schaffen

Zwei neue Gruppen

Die Stadt Haltern hat Lösungen gefunden, um die prekäre Kindergarten-Situation zu lösen. Sie kann ab Sommer 2017 insgesamt 1215 Plätze bieten, indem sie die Ü-3-Gruppen um jeweils zwei Plätze aufstockt und in Absprache mit der katholischen Pfarrei St. Sixtus zwei neue Gruppen in Lavesum und Lippramsdorf eröffnet.

HALTERN

, 11.11.2016, 17:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
So will die Stadt Haltern genug Kita-Plätze schaffen

Die Stadt gibt ihr Bestes, um die Betreuungswünsche der Eltern auch 2017 erfüllen zu können. Sie stellt 920 Plätze für über Dreijährige und 295 für unter 3-Jährige bereit.

 Das Kindergartenjahr 2017/18 kostet 8.932.364 Euro. 4.836.194 Euro Landeszuschüsse und etwa 1,2 Millionen Euro Elternbeiträge entlasten die Stadt. Der Rest bleibt als dicker Brocken auf der Ausgabenseite im Haushalt stehen. Laut Klaus Sakowitz vom Jugendamt kostet ein Kindergartenplatz pro Jahr rund 3500 Euro.

„Die Stadt hat seit 2007 aufgrund der äußert schwierigen Haushaltssituation eine sehr defensive Kindergarten-Bedarfsplanung gefahren. Wir müssen aber umdenken“, erklärt Jugendamtsleiter Gisbert Drees (Foto). Die aktuellen Zahlen und Entwicklungen legen er und Klaus Sakowitz am Donnerstag (17. November) im Ausschuss Generationen und Soziales vor.

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Im Vergleich zum jetzigen Kindergartenjahr stellt die Stadt 86 Plätze mehr zur Verfügung. Daneben gehen 96 Kinder unter drei Jahren in die Obhut von Tagesmüttern oder -vätern. Unberücksichtigt bleibt in der Planung die Entwicklung der Flüchtlingszahlen.

„Es werden mehr Kinder geboren als angenommen, Baugebiete wachsen schneller als prognostiziert und der Zuzug nach Haltern ist sehr hoch“, erklärt Gisbert Drees den gestiegenen Bedarf. Die Entwicklung hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren die Junior-Kita ist Sythen zusätzlich gebaut wurde und nun eine Drei-Gruppen-Einrichtung in Haltern-Mitte mit 65 Plätzen entsteht.

Weil auch diese Anstrengungen nicht ausreichen, funktioniert die katholische Kirche ab August 2017 für die Dauer von zwei Jahren den Mehrzweckraum der Lavesumer Kita zu einem Gruppenraum für Kinder über drei Jahren um und in Lippramsdorf wird aus der ehemaligen Logopädiepraxis in der Einrichtung wieder ein Gruppenraum. Dieses Entgegenkommen gibt es nicht umsonst: Die Kirche wird von den Betriebskosten freigestellt.

Um in Zukunft besser gewappnet zu sein, will das Jugendamt künftig aktuelle Einwohnermeldedaten in kürzeren Abständen erfassen und analysieren. So kann früher und flexibler auf neue Entwicklungen reagiert werden. Dieses Ansinnen hat eine Kehrseite. Dazu Gisbert Drees: „Zum einen bindet eine solche intensive Planung Personal im Jugendamt, zum anderen bedeutet jeder neu geschaffene Betreuungsplatz für die Stadt einen finanziellen Kraftakt.“  Elisabeth Schrief

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