Soldaten-Erkennungsmarke erreichte ihr Ziel in Haltern nach mehr als 16.000 Kilometern

rnStart in Australien

Weit mehr als 16.000 Kilometer hat die Erkennungsmarke eines viel zu früh totgeglaubten Soldaten aus Haltern zurückgelegt. Sie erreichte die Halterner Zeitung aus Melbourne in Australien.

Haltern

, 17.08.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die „Dog Tag“ (Hundemarke) des lange vermissten und viel zu früh totgeglaubten Robert Paul, der im Ersten Weltkrieg als Soldat auf deutscher Seite an der Somme in Frankreich kämpfte, ist in Haltern angekommen. Mehrfach hatte die Halterner Zeitung über die Geschichte des Mannes, der kurz vor dem Krieg in Hamm-Bossendorf gelebt hatte, berichtet.

Die Schlacht in der so genannten „Hölle an der Somme“ vom 1. Juli bis zum 18. November 1916 sowie die darauf folgende Zurückdrängung der deutschen Soldaten auf ihre Ausgangsstellungen um St. Quentin (Hindenburglinie) bis September 1918 hatte mehr als 460.000 deutsche, rund 200.000 französische und mehr als 450.000 Soldaten des Empires das Leben gekostet.

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Der Australier Jack Joseph „J.J.“ Williams, damals 20 Jahre alt, der sich im Rahmen des Commonwealth als Soldat gemeldet hatte, fand Pauls Erkennungsmarke und nahm sie an sich. Später ging sie in den Besitz seines Sohnes Vincent Williams über. Dessen Söhne wiederum - Damian und Gerard Williams - sorgten jetzt dafür, dass die Marke an ihren Ursprungsort zurückkehren konnte. Gerard Williams (54), der in Lübeck lebt, ließ sich die Marke per Post vom Bruder zuschicken. Nach Haltern brachte er sie dann höchstpersönlich und zusammen mit seiner Ehefrau Tatjana.

Fasziniert von der Geschichte des Großvaters

Gerard Williams ist noch immer fasziniert von der Geschichte seines Großvaters J.J. Williams. Der hatte die grauenhaften Ereignisse jener Zeit an der Somme minutiös in einem Tagebuch festgehalten. „Ich musste die Orte sehen, aus denen mein Opa schrieb“, sagt Gerard Williams. Und so war das Ehepaar aus Lübeck direkt vor der Tour nach Haltern auch durch Frankreich gereist, um die geschichtsträchtigen Orte zu besichtigen - Amiens, Allonville, Baiziaux, Villers-Bretonneux.

Robert Paul wurde 72 Jahre alt

75 Jahre alt wurde der australische Soldat Jack Joseph Williams. Robert Paul hingegen kam nicht, wie lange vermutet, im Ersten Weltkrieg um. Unsere aufwendige Recherche ergab: Der Halterner hatte den Krieg überlebt. In Dortmund heiratete er 1921. Bis zu seinem Tod lebte er mit seiner Ehefrau Wilhelmine Christine in Kamen. Fünf Jungen und drei Mädchen gingen aus der Ehe hervor. Im Alter von 72 Jahren starb Robert Paul am 29. September 1970.

Da die direkten Nachfahren von Robert Paul nicht mehr leben, soll die Erkennungsmarke nun dem Halterner Stadtarchiv überlassen werden.

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