Sorge wegen geplanter Erhöhung der Pflegekosten

11.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Haltern Georg Westerworth Mit Sorge beobachtet der Seniorenbeirat der Stadt Haltern die Pläne der Bundesregierung, die Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,25 Prozentpunkte zu erhöhen. (Foto) als Vorsitzender schließt sich einer Erklärung der Landesseniorenvertretung (LSV) an: «Die Rentner werden immer mehr belastet.»

LSV-Vorsitzende Dr. Uta Renn erinnert jetzt in einer Pressemitteilung daran: «Man darf nicht vergessen, dass die Rentnerinnen und Rentner diese Erhöhung alleine stemmen müssen - bei Arbeitnehmern trägt der Arbeitgeber immerhin die Hälfte dieser Mehrkosten.»

Reformen notwendig

Dass es Reformen in der Pflegeversicherung geben müsse - besonders auch im Hinblick auf die steigende Zahl Demenz-Erkrankter - ist unter den derzeit mehr als 130 Mitglieder-Organisationen der Seniorenvertretung in Nordrhein-Westfalen unumstritten. «Wenn in 30 oder 40 Jahren die geburtenstarken Jahrgänge ins Pflegealter kommen, kann dies das derzeitige System nicht mehr verkraften», so Dr. Renn, die allerdings den Entschluss der Koalition mit gemischten Gefühlen betrachtet.

Bisher zahlt eine Seniorin oder ein Senior mit 1000 Euro Rente 17 Euro davon als Pflegebeitrag - ab 1. Juli 2008 sollen es bei 0,25 Prozentpunkten Erhöhung 19,50 Euro sein. Bei 2000 Euro Rente verdoppelt sich für die Pensionärin und den Pensionär der Beitrag auf 39 Euro.

«Wir wissen, dass zum Beispiel der Paritätische Wohlfahrtsverband bezweifelt, ob eine Erhöhung im vorgesehenen Umfang überhaupt ausreichen wird», sieht sich die Vorsitzende der LSV nicht alleine mit den Sorgen um die Sozialabgaben. Das zuständige Bundesfamilienministerium geht davon aus, dass mit der nun vorgesehenen Steigerung der Beiträge um einen Viertelprozentpunkt die Pflegeversicherung bis 2014/15 ihre Reserven nicht angreifen müsse. «Wir hoffen sehr, dass der unbestritten notwendige Umbau der Pflegeversicherung sozial möglichst gerecht finanziert werden wird!», mahnt Dr. Uta Renn.

Georg Westerworth betont: «Es gibt Rentner in Haltern, denen die Belastungen nichts ausmachen. Aber viele mit kleiner Rente werden unter der Erhöhung leiden.» siwi

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