Sparkasse schließt vier Filialen in Haltern

Ortsteile betroffen

Die Stadtsparkasse schließt ihre Filialen in Lippramsdorf, Hullern, Flaesheim und Hamm-Bossendorf. Warum dieser Schritt aus Sicht der Bank nötig ist, erklärten die Vorstände Helmut Kanter und Jutta Kuhn am Dienstag in einem Pressegespräch.

HALTERN

, 26.01.2016, 17:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Wir haben uns diese gravierende Entscheidung nicht leicht gemacht", versichern Helmut Kanter und Jutta Kuhn. Eine bisher wirtschaftlich auskömmliche Struktur sei angesichts eines veränderten Kundenverhaltens und der Niedrigzinsphase nicht mehr aufrecht zu erhalten, sagten beide am Dienstag im Gespräch mit der Presse.

"Über die Hälfte unserer 13000 Kunden nutzt das Internet für Bankgeschäfte, zur Beratung kommt der Kunde im Durchschnitt nur noch einmal im Jahr in eine Geschäftsstelle. Das rechtfertigt keine acht Standorte in unserem Geschäftsgebiet", erklärte Jutta Kuhn. Sie und auch Helmut Kanter wissen, dass die Schließungen gerade in den Ortsteilen schmerzen.

Fünf-Jahres-Analyse 

Der Sparkassen-Vorstand und auch der Aufsichtsrat hätten die Überlegungen auf Grundlage einer Fünf-Jahres-Analyse lange abgewogen. Die persönlichen Besuche in diesen Jahren haben sich laut Kanter halbiert, die Bankgeschäfte an den Automaten stagnierten. Mit Blick auf den Wettbewerbsdruck in der Finanzbranche und angesichts eines hohen Aufwandes beispielsweise für Sicherheit, Wartung und Befüllung der Bankautomaten entstünden erhebliche Kosten.

"Die Nutzungsfrequenz stand in keinem vernünftigen Verhältnis zum finanziellen Aufwand mehr", stellte Jutta Kuhn fest. Mit der Veränderung der Geschäftsstellenstruktur setze die Sparkasse wichtige Weichen für qualifizierte Service- und Beratungsangebote in Haltern. Kanter: "Schon heute werden die Kunden aus den Ortsteilen im Privat- und Vermögens-Center sowie in den Filialen Sythen und Schüttenwall beraten. Hier gibt es Service, den wir in den halbtags geöffneten Filialen nicht bieten konnten."

Bargeld-Bring-Dienst

Die Zweigstelle in Hamm-Bossendorf hat am 29. Februar ihren letzten Öffnungstag, die drei anderen Geschäftsstellen schließen zum 1. Juli. Die Mitarbeiter, die gestern von der Entscheidung erfuhren, werden künftig in Sythen oder Haltern-Mitte arbeiten. Kunden aus den Ortsteilen, die nicht mobil sind, werden ein- oder zweimal im Monat im Rahmen eines Bargeld-Bring-Dienstes versorgt.

Natürlich hat die Bank auch Sorge, dass Kunden abwandern. Kanter: "Wir tun aber alles, um auch künftig für sie mit erweiterten Online- und Beratungs-Angeboten da zu sein."

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