„Schaden ganz erheblich“: Sparkassen-Chef Helmut Kanter zu Bank-Explosion in Sythen

rnBanküberfall in Sythen

Nach dem Banküberfall in Sythen äußert sich nun der Sparkassen-Vorstand. Und spricht von einem ganz erheblichen Schaden. Trotzdem steht schon fest, wann die Filiale wieder öffnet.

Sythen

, 13.12.2019, 15:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am frühen Freitagmorgen haben unbekannte Täter die Sparkassen-Filiale in Sythen überfallen, den Geldautomaten im Vorraum gesprengt und sind mit ihrer Beute geflohen.

Nun hat sich der Vorstand der Sparkasse, Helmut Kanter, zu dem Vorfall zu Wort gemeldet: „Der Schaden ist ganz erheblich und wir sind froh, dass da niemand zu Schaden gekommen ist“, sagt er Stunden nach dem Vorfall. „Es ist gut, dass die Wohnung oben derzeit nicht vermietet ist und nicht die Gefahr bestand, dass da jemand verletzt wird.“

Wie heftig die Explosion gewesen sein muss, verdeutlicht eine Beobachtung der Sparkassen-Angestellten: Nur eineinhalb Meter von dem gesprengten Geldautomaten in der Filiale befindet sich eine Holzwand. Als die Mitarbeiter am Freitagmorgen die Filiale in Augenschein nahmen, steckten mehrere Blechteile wie Wurfgeschosse in der Holzwand. Und das Holz sei nicht gerade weich, so Kanter.

Statiker überprüft die Standsicherheit des Gebäudes

Am Freitag sind die Mitarbeiter der Filiale mit der Buchhaltung beschäftigt, räumen die Trümmerteile des Überfalls weg. Auch die Technik wird in Augenschein genommen. Ein Glaser ist dabei, das restliche Glas aus den Fenstern des Vorraums zu entfernen. „Eventuell müssen wir den Vorraum provisorisch verbrettern. Das wird derzeit geprüft und wir schauen, was wir machen können“, sagt Kanter.

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Zwischenzeitlich sei sogar ein Statiker eingeschaltet worden, um zu überprüfen, ob das Haus an sich einsturzgefährdet ist. „Da hat der Statiker aber gesagt, dass wir uns da keine Sorgen machen müssen“, sagt der Vorstandschef.

Auch die Automaten daneben sind in Mitleidenschaft gezogen worden - etwa das Terminal für Kontoauszüge und das für Überweisungen. Wie stark die Reparaturen an diesen Automaten ausfallen, ist derzeit noch unklar. Die Tresore im Untergeschoss der Filiale waren offenbar nicht das Ziel der Täter, so Kanter. Danach hatte sich am Freitag ein Passant erkundigt, der am Absperrband des Tatorts wartete. Kanter beruhigt: „Die sind absolut sicher.“

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Wie viel Geld genau fehlt, dazu wollte sich Kanter nicht äußern. Nur so viel: „Die Täter haben nicht sämtliches Geld mitgenommen.“ Bis in den Vorgarten und in die Einfahrt seien die Geldscheine geflogen. „Davon haben wir auch noch was eingesammelt“, so Kanter. „Die Geldkassetten können Sie kaum wiedererkennen. Da glauben Sie gar nicht, dass da mal Geld drin war.“

„Die Täter haben die Türen aus den Angeln gehoben“

Bei dem Automaten in Sythen handelt es sich um den einzigen Frontlader, den die Sparkasse in Haltern besitzt. Dabei handelt es sich um einen freistehenden Automaten. Alle anderen Automaten in den restlichen Sparkassen der Stadt sind in die Wände der Filialen integriert.

Diesem Szenario wollte die Volksbank in Haltern Anfang November vorbeugen und hatte beschlossen, die SB-Bereiche ihrer Filialen über Nacht zu schließen. Damit, so Helmut Kanter, hätte es im Falle der Sythener Filiale allerdings nicht gereicht. „Die Täter haben die Türen aus den Angeln gehoben.“

Die Filiale wird am Montag wieder geöffnet. Im SB-Bereich werden den Kunden der Kontoauszugsdrucker sowie der Überweisungsterminal zur Verfügung stehen. Ab dann gelten die normalen Öffnungszeiten von 9 bis 12.30 Uhr und 14 bis 16 Uhr.

Ein neuer Geldautomat muss unterdessen noch auf sich warten lassen. „Die Nachlieferung von so einem Automaten geht nicht von jetzt auf gleich“, so Kanter. Und: „Man muss sich jetzt überlegen, was man anders machen kann.“ Damit die Filiale nicht noch einmal Ziel von Gasspreng-Attacken wird.

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