SPD kritisiert "Prachtboulevard"

Promenieren am See

Die Blumenstraße bleibt offen, der Eingang zum Karl-Homann-Weg wird autofreie Zone und die Strandallee erhält den Charakter einer Promenade. Alle Parteien stimmten im Bau- und Verkehrsausschuss den Planungen zu, nur die SPD nicht. Arno Huesmann: "Es erschließt sich uns nicht, warum wir am See einen Prachtboulevard brauchen."

HALTERN

, 02.06.2016, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
SPD kritisiert "Prachtboulevard"

Die Blumenstraße bleibt für den Verkehr offen. (archiv) Winkelkotte

Das Studio Dreiseitl aus Überlingen stellte am Dienstagabend im Rathaus die Pläne für den Ausbau der Strandallee mit Radstation und Behindertenparkplatz in der Stadtmühlenbucht vor. Dort nimmt das Projekt 2-Stromland Zug um Zug Formen an: Derzeit werden die Wasserterrassen ausgestaltet, der Mühlenteich und die Grüne Insel angelegt.

Wichtiger Baustein

"Das ist ein komplexes Projekt. Es macht Spaß zu sehen, wie sich hier in zügigem Tempo ein wichtiger Baustein für die Entwicklung Halterns vollendet", sagte Rudolf Mager im Ausschuss. "An dieser Stelle verbinden sich Natur und Wasser und wir finden zudem eine Verbindung zur Stadt."

Wenn im September dieser Bauabschnitt fertig ist, geht es zum nächsten: Der Ausbau der Strandallee soll sich ohne Verzögerung anschließen. "Hier besteht großer Sanierungsbedarf", unterstrich Rudolf Mager die Notwendigkeit der Maßnahme.

Vorrang für Fußgänger

Die Straße wird schmaler, sie ist künftig nur noch 4,50 Meter breit. Die Gestaltung mit breiten Gehwegen und grünen Aufenthaltsflächen signalisieren: Hier haben Fußgänger Vorrang. Autos dürfen nicht schneller als 20 Stundenkilometer fahren. Die Lindenallee als prägendes Element wird effektvoller in Szene gesetzt. Rudolf Mager: "Die Bäume brauchen dringend Luft." Zur Umgestaltung gehören zudem sechs Behindertenparkplätze und eine Fahrradstation. Von einer "Tankstelle" für E-Bikes wird allerdings entgegen der ursprünglichen Planung abgesehen. "Die Räder sind heute technisch so gut ausgestattet, dass wir keine Ladestation benötigen."

Am Karl-Homann-Weg wird die Fläche zurückgebaut und als Eingangsportal zum See aufgehübscht. Die in die Strandallee einmündende Blumenstraße bleibt offen für den Autoverkehr, versicherte Baudezernent Wolfgang Kiski. Den Politikern gefiel die Lösung. Die Reaktionen reichten von "hier werden Akzente gesetzt" (Franz Tönnis, CDU), über "ein fantastisches Projekt" (Andy Zimmermann, FDP).

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