Spezialbehandlung in USA rettet Elena das Leben

Neunjährige aus Haltern

Vor einigen Monaten noch war die kleine Elena dem Tod geweiht. Zu ihrem angeborenen Herzfehler kam eine plastische Bronchitis hinzu. Das Atmen wäre der Neunjährigen aus Haltern in naher Zukunft nicht mehr möglich gewesen. Elena wäre erstickt. Doch eine weltweit einzigartige Behandlung in den USA rettete dem kleinen Mädchen das Leben.

HALTERN

13.12.2016 / Lesedauer: 3 min
Spezialbehandlung in USA rettet Elena das Leben

Elena bedankte sich mit einem Handkuss für die Unterstützung.

Für die Todkranke eingesetzt hatte sich Achim Beißel, Bereichsleiter der stationären Versorgung bei der Versicherung Big Direkt Gesund. Bewegt und herzlich dankten die Eltern von Elena jetzt dem engagierten Krankenkassen-Mann.

„Die Behandlung hat der Kleinen das Leben gerettet. Sie steht jetzt auf und läuft, fängt an zu sprechen. Nimmt am Leben teil“, ist Carsten Balding (45), Vater von Elena, unendlich erleichtert. Sein Kind müsse viele Medikamente nicht mehr nehmen, müsse nicht mehr inhalieren. Das musste sie vor ihrer Operation mehrmals am Tag, ab Mai dieses Jahres bekam sie zudem noch Sauerstoff über Kanülen in der Nase verabreicht. „Das ist schlimm für ein kleines Kind“, sagt Mutter Nina (42). „Eine Verbesserung der Lebenssituation wurde in Deutschland medizinisch ausgeschlossen“, berichtet Achim Beißel.

Doch es gab eine einzige Hoffnung: das Children’s Hospital of Philadelphia (CHOP) in den USA. Es führt für dieses Krankheitsbild sehr erfolgreich eine weltweit einzigartige chirurgische Prozedur, die sogenannte „Lymphatic Embolization“ durch. Bei Elena sollten Lymphkanäle, die in die Atemwege eingedrungen waren, mittels Katheter verschlossen werden.

Fluggesellschaft sagte ab

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung bewilligte den Leistungsantrag für die Behandlung in den Staaten. Achim Beißel nahm Kontakt mit dem CHOP auf und plante den Aufenthalt. „Gleichzeitig konnten wir mit dem Krankenhaus einen Rabatt über 50 Prozent aushandeln“, freut sich Beißel. Dennoch drohte dem Einsatz kurzfristig noch das Aus, da eine deutsche Fluggesellschaft den Transport Elenas aufgrund ihrer Lungenerkrankung ablehnte.

Doch Achim Beißel nahm kurzerhand die Verhandlungen mit einem amerikanischen Flugrettungsunternehmen auf. Der günstigste Flug hätte rund 80 000 US-Dollar gekostet – für eine Strecke wohlgemerkt. Doch dann bekam Beißel den Tipp, „dass wir doch direkten Kontakt mit einer amerikanischen Fluggesellschaft aufnehmen sollten. Diese hätten manchmal andere medizinischen Regelungen als die europäischen Gesellschaften. Mit diesem Hinweis haben wir dann einen ganz normalen Linienflug buchen können“, so Beißel. „Viel persönlicher Einsatz von Herrn Beißel, aber auch seine fundierten Kenntnisse der entsprechenden Sozialgesetzgebung haben diese lebensrettende Lösung für Elena erst möglich gemacht“, sagt Versicherungsvorstand Markus Bäumer.

„Nicht in Worte zu fassen“

Elena wurde im August in dem US-amerikanischen Kinderhospital behandelt. Die ganze Familie aus Haltern war dabei, neben den Eltern auch die beiden Geschwister Johanna (7) und Louisa (11). Die OP war ein voller Erfolg.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass es Elena mal so gut gegangen ist. Wir können es gar nicht in Worte fassen, wie dankbar wir sind“, sagt Carsten Balding. Für Achim Beißel gab es einen dicken Blumenstrauß. Und ein Erinnerungsfoto: Elena im Kreise ihrer Lieben nach der OP vor dem Kinderhospital in Philadelphia. Und Elena? Die verteilte Handküsschen an ihre engagierten Unterstützer.

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