Stadt erreicht Beschwerdebrief wegen Café Extrablatt

Den Nachbarn stinkt's

Seit der Eröffnung von Café Extrablatt ist der Alte Markt belebter denn je. Nachbarn aber haben mit der neuen Gastronomie große Probleme und schrieben deshalb einen langen Beschwerdebrief an die Stadtverwaltung Haltern.

HALTERN

, 19.08.2016, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Café Extrablatt hat seine neue Filiale am Marktplatz am Donnerstag in Betrieb genommen.

Das Café Extrablatt hat seine neue Filiale am Marktplatz am Donnerstag in Betrieb genommen.

Die unmittelbaren Anlieger fühlen sich extrem belästigt und werfen der Stadt Untätigkeit vor. „Uns drängt sich der Eindruck auf, dass die Verwaltung beim Café Extrablatt (bewusst?) nicht so genau hinschaut“, schreiben 16 Unterzeichner.

Auf fünf Seiten listeten sie ihre Beschwerden auf. Sie ärgern sich über „erhebliche“ Geruchs- und Lärmbelästigungen sowie über Verstöße gegen die Gestaltungssatzung der Stadt. Der Betreiber des Cafés missachte regelmäßig die Sperrzeit, lautet einer der Vorwürfe. Auch nach 24 Uhr hielten sich noch Gäste im Außenbereich auf und würden dort auch noch bedient. „Selbst wenn es an einzelnen Tagen gelingt, pünktlich zu schließen, wird nach 24 Uhr mit lautstarken Aufräumarbeiten begonnen“, schreiben die Anwohner. Laut werde es aber schon am frühen Morgen. „Die Anlieferung von Waren erfolgt häufig schon um 4 Uhr früh.“

Empfindliche Störung

Eine permanente Geräuschquelle stelle daneben die Kühlungs- und Dunstabzugs-Anlage dar. „Die Bewohner werden empfindlich gestört.“ Genauso belästigt fühlen sie sich durch die Gerüche: „Es riecht permanent nach Fett wie bei einem Imbiss.“ Eine Mieterin hat sich bereits an den Hauseigentümer gewandt. „Das Lüften zwischen 11 und 23 Uhr ist selten möglich, Wäsche kann ich auf dem Balkon nicht mehr trocknen“, heißt es in dem Brief. Das Wohnen in der Merschstraße sei deutlich unangenehmer geworden.

Müll stinkt

Auch deshalb, weil Müll bis zur endgültigen Entsorgung am Blombrink in einer Gasse gelagert werde. Der Gestank dringe bis ins Nachbarhaus. Scharfe Kritik äußern vor allem Geschäftsleute, weil sie die Gestaltungssatzung der Stadt einhalten müssen, Café Extrablatt aber scheinbar nicht. „Durchgehende Markisen sind nicht erlaubt, das rote Band leuchtet entgegen der Vorschrift oft bis in die frühen Morgenstunden.“ Warum musste das Café keine Parkplätze ablösen, warum mussten andere Gastronomen Platz auf dem Markt abgeben? Fragen, auf die die Nachbarn Antworten hören wollen. Sie drängen auf ein Gespräch mit Bauamt, Ordnungsamt und dem Betreiber des Café Extrablatt, weil das Wohnen so unzumutbar sei.

Gespräch im September

„Wir wünschen uns ein gegenseitiges nachbarschaftliches Einvernehmen“, sagte Stadtsprecher Georg Bockey auf Nachfrage. Deshalb werde die Verwaltung alle Beschwerden sammeln und prüfen und dann im September ein Gespräch organisieren.

Extrablatt-Geschäftsführer Taner Yalzin wundert sich über die Vorwürfe. „Wir halten uns an die Vorgaben und haben Beschwerden über Geruchsbelästigung gutachterlich prüfen lassen. „Ich bin mir keiner Schuld bewusst.“ 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt