Stadt Haltern hat kaum Geld für Beförderungen

Wenig Spielraum

2,33 Millionen Euro fehlen im nächsten Jahr im Stadtsäckel. Eine Folge ist, dass die Verwaltung bei der finanziellen Belohnung leistungsstarker Mitarbeiter äußerst zurückhaltend sein muss. „Das lässt sich aber nicht über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten“, warnt der Stadtkämmerer.

HALTERN

, 05.11.2016, 06:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt Haltern hat kaum Geld für Beförderungen

ARCHIV - ILLUSTRATION - Zahlreiche Euro-Banknoten und Euromünzen, aufgenommen am 03.01.2014 in Frankfurt am Main (Hessen). In Nordrhein-Westfalen sprudeln die Steuereinnahmen weiter kräftig. Im August hat das Land knapp 3,7 Milliarden Euro eingenommen, fast 500 Millionen Euro mehr als im Vorjahresmonat, wie aus einer vom Düsseldorfer Finanzministerium im Internet veröffentlichten Übersicht hervorgeht. Seit Jahresbeginn hat das Land 31,85 Milliarden Euro von den Steuerzahlern erhalten, rund 2,8 Milliarden Euro mehr als von Januar bis August des vergangenen Jahres. Foto: Daniel Reinhardt/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

99,69 Millionen Euro nimmt die Stadt im nächsten Jahr ein, 102 Millionen Euro gibt sie aus. „Wir müssen Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten bieten, wenn wir sie nicht verlieren wollen oder wenn wir in Einstellungsverfahren gute Kräfte für uns gewinnen wollen“, verdeutlicht der Kämmerer Dirk Meussen. Bis 2021 muss Haltern als Stärkungspaktgemeinde einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, bis dahin bleibt der Spielraum gering.

Im Beamtenbereich sind für 2017 nur zwei Anhebungen vorgesehen. Allerdings profitieren die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes von erfolgreichen Tarifverhandlungen. Seit März erhalten sie 2,4 Prozent mehr Lohn, ab 1. Februar 2017 weitere 2,35 Prozent. Der Etat für 444 Mitarbeiter beläuft sich für 2017 auf 25,3 Millionen Euro. Darin enthalten sind jedoch auch 2,7 Millionen Euro Versorgungsaufwand. „Seit Inkrafttreten des Haushaltssanierungsplanes sind mehr als 37 Vollzeitstellen abgebaut worden, bis zum Ende 2021 werden 65,57 Vollzeitstellen wegfallen“, verdeutlicht Dirk Meussen die Sparanstrengungen.

Ein „Aderlass“ sei das, der dazu führe, dass auf Leistungsträger erhebliche Mehrbelastungen zukämen. Bestes Beispiel: Die Bewältigung des Flüchtlings-Zustromes ab Mitte 2015. „Wenn wir Kräfte überstrapazieren und zugleich keine finanzielle Anerkennung bieten können, müssen wir mit Fluktuationen rechnen“, sagte er auf Nachfrage. Abwanderungen gab es bislang zu besser bezahlten Stellen im Kreis Coesfeld und zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Weil weitere Neuorientierungen nicht ausgeschlossen sind, hat sich die Verwaltung dazu entschieden, die Ausbildungsstellen zu erhöhen. Sie schrieb zwei Stellen für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst und eine Stelle für den mittleren nichttechnischen Dienst aus. Es gab zusammen genommen gut 200 Bewerbungen, die gerade ausgewertet werden.

"Trotz allem begehrter Arbeitgeber"

Dirk Meussen: „Das zeigt, dass die Halterner Verwaltung trotz allem ein begehrter Arbeitgeber ist.“ In der Privatwirtschaft könne zwar mehr verdient werden, aber die Verwaltung punkte immerhin mit einem sicheren Arbeitsplatz. „Die Einstellung von Nachwuchs ist auf jeden Fall eine lohnende Investition in die Zukunft, auch wenn wir nur noch tarifrechtlich beschäftigen und nicht mehr großzügig verbeamten.“   Elisabeth Schrief

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