Stadt Haltern kann Windräder nicht verhindern

Vorrangzonen

Die einen wollen an der Windenergie verdienen, die anderen wollen Windräder am liebsten aus ihrem Blickfeld verbannen. Die Frage, die gerade politisch verhandelt wird: Soll Haltern erneut Windvorrangzonen ausweisen? „Dann muss man auch klar sagen, wo diese Flächen sein sollen“, sagt die Baudezernentin Anette Brachthäuser.

HALTERN

, 10.03.2017, 14:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadt Haltern kann Windräder nicht verhindern

Der Windpark Lavesum/Sythen.

Und sie betont auch: „Wer für Vorrangzonen ist, wird nicht vermeiden können, bei Hullern und Lippramsdorf eine Reihe neuer Anlagen entstehen zu lassen.“ Ansonsten rede man von einer Verhinderungsplanung. In der Sitzung Stadtentwicklung und Umwelt am 16. März und in der Ratssitzung am 23. März geht es um das Thema Windkraft in Haltern und letztlich die Entscheidung über den SPD-Antrag, ein zweites Mal Vorrangzonen auszuweisen.

Bekanntlich hatte das Oberverwaltungsgericht im September 2015 insgesamt 87 Hektar ausgewiesene Windvorrangfläche aberkannt. Gefordert wird mindestens eine Verdreifachung, dafür hat das Land jetzt auch den Wald offen gemacht (wir berichteten). Wenn es heißt, die Stadt gewinne mit der Ausweisung von Vorrangzonen die Planungshoheit zurück, dann steckt nicht viel dahinter. „Genehmigungsbehörde bleibt der Kreis, wir können lediglich festlegen, wo wir Windräder konzentrieren. Verhindern können wir die Anlagen nicht“, stellt Anette Brachthäuser klar.

Derzeit könne man in Haltern nicht von einer Verspargelung sprechen. Denn alle bisherigen Windräder seien in den ursprünglich beschlossenen Vorrangzonen gebaut worden oder befänden sich beziehungsweise würden sich künftig in den Zonen der allerersten Planung (Lippramsdorf I und Hullern) befinden. Die Stadt empfiehlt derzeit keine Vorrangzonen-Planung. Doch Bürger können durch ein Begehren einen entsprechenden Ratsbeschluss erzwingen.

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