Stadt Haltern will Flüchtlingsunterkünfte schließen

Konstante Zahlen

720 Flüchtlinge leben derzeit in Haltern. Diese Zahl ist seit Monaten konstant. Deshalb hat sich die Stadt entschieden, zum 1. Dezember das ehemalige Hotel Jägerhof in Flaesheim als Flüchtlingsunterkunft aufzugeben. Und auch für eine zweite große Unterkunft in Haltern naht das Ende.

HALTERN

, 02.10.2017, 14:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadt Haltern will Flüchtlingsunterkünfte schließen

Das ehemalige Hotel-Restaurant Jägerhof.

Nach der Insolvenz hatte die Stadt Ende 2015 die ehemalige Gastronomie vom neuen Besitzer angemietet. Und sobald die neuen Wohnungen an der Wasserwerkstraße mit 80 Plätzen hinter den Stadtwerken fertig sind, wird die auch das britische Camp am Stockwieser Damm leer ziehen. Das kündigte Michael Schniederjan (Fachbereich Soziales bei der Stadt) Donnerstagabend im Ausschuss Generationen und Soziales an.

450 Flüchtlinge leben derzeit noch in städtischen Unterkünften: in Containern am Bahnhof, in den Häusern am Lorenkamp und am Schleusenweg in Flaesheim, im ehemaligen Gesundheitsamt oder in früheren Hausmeisterwohnungen. Im Jägerhof haben aktuell noch eine fünfköpfige Familie und 28 alleinstehende Männer eine Bleibe. Die Räume in der Erich-Kästner-Schule sind frei und dienen als Puffer – so wie auch später das Camp für Notfälle freigehalten wird.

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Dank Unterstützung durch den Caritasverband und den Asylkreis konnten 250 Flüchtlinge Privatwohnungen beziehen. 27 sind derzeit angemietet. „Das Engagement der Ehrenamtlichen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden“, betonte Michael Schniederjan. Ein Kompliment, das später auch alle Parteien aussprachen.

428 Flüchtlinge sind leistungsberechtigt, denn sie sind als Asylbewerber anerkannt oder genießen einen Schutzstatus. 260 Zufluchtsuchende durchlaufen noch das Verfahren oder haben einen Duldungsstatus. Zwei Senioren bekommen eine Grundsicherung im Alter. Auch diese Zahlen nannte Michael Schniederjan.

Im Juli wurden Haltern 27 Flüchtlinge zugewiesen, in der zweiten Oktoberwoche erwartet die Stadt zehn weitere. Fünf Mongolen wurden ausgewiesen. Ihr Asylbegehren wurde abgelehnt, alle Rechtsmittel waren ausgeschöpft. Weitere 70 Asylsuchende sind ausreisepflichtig.

„Unsere Erfüllungsquote bezüglich der Aufnahme von Flüchtlingen liegt derzeit bei 90 Prozent. Die mit der Bezirksregierung Arnsberg als Zuweisungsbehörde getroffenen Vereinbarungen geben uns Sicherheit und einen rechtzeitigen Überblick über neue zu organisierende Aufnahmen“, so Schniederjan. Das erleichtere die Arbeit sehr.

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