Stadtplaner erläuterte Konzept zum Quartier Nordwall

"Die Innenstadt stärken"

Stadtplaner Martin Rogge stellte im Ausschuss Stadtentwicklung und Umwelt erste Ideen für die Gestaltung des Quartiers Nordwall vor. Die Politiker hatten diesmal keinen Informationsvorsprung, sondern erfuhren zeitgleich mit den Anwohnern von möglichen Veränderungen in einer "Rumpelecke".

HALTERN

, 12.04.2016, 20:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadtplaner erläuterte Konzept zum Quartier Nordwall

So könnte die Gestaltung für das Gebiet zwischen Rekumer Straße/Nordwall/Zum Mühlengraben/Grabenstiege aussehen. Ziel ist die maßvolle Nachverdichtung und Weiterentwicklung der bebauten und unbebauten Grundstücke für Wohnen, Einzelhandel und Dienstleistung.

 Martin Rogge, Architekt und Stadtplaner von der Gruppe „stadtraum“, stellte Dienstagabend im Ausschuss Stadtentwicklung und Umwelt einen Entwurf zum künftigen Quartier Nordwall vor. „Wir stehen ganz am Anfang eines Planungsprozesses, heute wird nichts beschlossen“ , betonte Bürgermeister Bodo Klimpel vor mehr als 60 Zuhörern. Baudezernent Wolfgang Kiski erläuterte, was hinter dem Konzept steckt: „Wir müssen die Innenstadt nachhaltig stärken und aufwerten, dafür brauchen wir ein schlüssiges Konzept.“

Mehrwert für Haltern

Martin Rogge erläuterte, wie das aussehen könnte. Maßgeblicher Entwicklungsimpuls für die Innenstadt wäre seiner Ansicht nach die Etablierung eines Frischemarktes mit einer Verkaufsfläche von 1500 bis 2000 Quadratmetern (ähnlich Edeka Sythen). Ergänzend dazu stellt er sich weitere Fachmärkte vor, eine Neugestaltung des Eingangsbereichs von der Lavesumer in die Rekumer Straße, einen größeren Parkplatz mit 157 Stellplätzen am Nordwall und schließlich eine Wohnbebauung zwischen Nordwall und Grabenstiege. „Das, was wir jetzt in diesem Bereich sehen, ist eine Rumpelecke“, findet Rogge. Die Stadt müsse die städtebauliche Operation sicherlich behutsam angehen. „Aber sie bringt einen Mehrwert für Haltern“, ist er überzeugt.

Kritik an Supermarkt

In einer sachlichen Atmosphäre brachten Anwohner ihre Bedenken vor. Achim Becker sorgt sich beispielsweise um die Gärten an der Grabenstiege mit der „höchsten Artendichte in der Innenstadt“. Michael Stüer und Sarah Keller haben arge Bedenken gegen einen Supermarkt und großer versiegelter Fläche. „Dieser Komplex ist der falsche Weg für eine süße Kleinstadt wie Haltern“, findet Keller.

Die Planung sei, so entgegnete Martin Rogge, sicherlich ein Eingriff in die Bestandsstruktur. „Noch ist Haltern tatsächlich vital, aber was heute gut ist, wird nicht immer so sein. Wir müssen aktiv vordenken.“

Auch Mitstreiter

Für die Pläne gibt es durchaus auch Mitstreiter, wenngleich sich die Politiker in ihren Standpunkten nicht festlegten. Die Planung sei sehr interessant und diskussionswürdig, meldete sich Heinrich Wiengarten (SPD) zu Wort. Siegfried Lindemann vom Seniorenbeirat begrüßte die erweiterten Einkaufsmöglichkeiten.  "Das wird von Senioren dringend gewünscht." 

Die Verwaltung protokollierte alle Fragen und Anregungen der Bürger, damit diese ganz am Anfang des Verfahrens berücksichtigt werden. Bürgermeister Bodo Klimpel versicherte, Verwaltung und Politik würden sich mit jedem Argument auseinander setzen. Die Untersuchung der Flächen ist nächster Baustein des Entwicklungskonzeptes.

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