Stadtsparkasse: Die Kommunikation zu den Strafzinsen ist misslungen

Meinung

Die Einführung eines Strafzinses im Privatkundenbereich bei der Stadtsparkasse ist nachvollziehbar. Bei der Kommunikation darüber ist noch Luft nach oben. Ein Kommentar.

Haltern

, 04.09.2021, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Stadtsparkasse Haltern genießt großes Vertrauen bei ihren Kunden vor Ort.

Die Stadtsparkasse Haltern genießt großes Vertrauen bei ihren Kunden vor Ort. © Benjamin Glöckner

Die Stadtsparkasse Haltern führt Strafzinsen im Privatkundenbereich ein. Damit steht das Geldinstitut nicht allein. Die Niedrig-Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat bereits viele Banken und Sparkassen dazu veranlasst, ihre Kosten an die Kunden weiterzugeben.

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Der Schritt der Halterner Sparkasse ist nachvollziehbar, denn auch eine öffentlich-rechtliche Einrichtung, die dem Gemeinwohl verpflichtet ist, muss betriebswirtschaftlich handeln. Das kann nur im Sinne ihrer Kunden sein.

Bei der Kommunikation mit den Kunden ist allerdings noch Luft nach oben. Diese werden zwar gebeten, zügig Kontakt mit ihrem Sparkassen-Berater aufzunehmen. Es wird im Informationsschreiben aber nicht erwähnt, dass es bei dem Termin nicht nur um alternative Sparmodelle gehen soll, sondern auch um die Einholung der Zustimmung von Bestandskunden für die neuen Strafzinsen. Ohne eine solche Vereinbarung dürfen die neuen Negativzinsen nämlich nicht für die jeweiligen Konten erhoben werden.

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Wer wie die Stadtsparkasse eine „partnerschaftliche Zusammenarbeit“ mit seinen Kunden sucht und für sich eine „offene, transparente und frühzeitige Kommunikation“ in Anspruch nimmt, der muss alle Fakten auf den Tisch legen. So wäre es auch zu wünschen gewesen, dass die Höhe der Freigrenze mit 80.000 Euro für Einzelpersonen im Kundenanschreiben erwähnt worden wäre. Die Halterner vertrauen ihrer Sparkasse vor Ort. Wenn diese weiterhin „zuverlässiger Wegbegleiter“ ihrer Kunden bleiben will, muss sie ihre Trümpfe ausspielen: Nähe und Geradlinigkeit.

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