Starker Rückgang: Corona sorgt auch in Haltern für Tourismus-Einbruch

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Im ersten Halbjahr 2020 haben rund 20.000 Gäste Haltern besucht – das sind 53 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen sank um mehr als die Hälfte auf etwa 43.000.

Haltern

, 23.09.2020, 12:00 Uhr

Durch den Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie mussten im Frühjahr zeitweise Vermittlungen für Hotelzimmer und Ferienwohnungen eingestellt werden, da touristische Übernachtungen verboten waren. Auch die Halterner Jugendherberge blieb wochenlang geschlossen. Im April gab es in Haltern dadurch rund 93 Prozent weniger Übernachtungen. Im Mai waren es 82 Prozent weniger, im Juni 64 Prozent.

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Erst im Juli besserte sich die Situation zunehmend, doch der Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum betrug weiterhin noch rund 30 Prozent. „Die offiziellen Zahlen aus August liegen uns noch nicht vor. Wir erwarten aber, dass kein wahrnehmbarer Rückgang zu verzeichnen sein wird“, zeigt sich Bernd Bröker, Leiter der Stadtagentur, zuversichtlich.

Bernd Bröker ist seit Januar Leiter der Halterner Stadtagentur und damit für das Stadtmarketing zuständig.

Bernd Bröker ist seit Januar Leiter der Halterner Stadtagentur und damit für das Stadtmarketing zuständig. © Schrief (A)

Sehr schwierige Monate

Wie die Zahlen belegen, habe nach Ende des Lockdowns das touristische Geschäft zunächst verhalten wieder Schwung aufgenommen. „Seit dem Monat Juli sind allerdings an einzelnen Wochenenden und teilweise auch in der Woche nahezu alle Hotelzimmer und auch Ferienwohnungen belegt“, so Bröker. Er fügt hinzu: „Für die vielen Leistungsträger im Tourismusbereich waren und sind es sehr schwierige Monate und die entstandenen Verluste können vermutlich kaum durch den jetzigen Aufschwung der Übernachtungszahlen aufgefangen werden.“

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Durch coronabedingte Einschränkungen seien zudem verschiedene Anbieter von Freizeitangeboten weiterhin nicht voll leistungsfähig. Auf dem Fahrgastschiff Möwe, so nennt er ein Beispiel, gebe es beispielsweise weiterhin eine Beschränkung für die maximale Personenzahl. In den vergangenen Wochen habe man aber einen allgemeinen Trend zur Naherholung wahrgenommen. Bröker: „Insbesondere die lokalen und überregionalen Radwege und Wanderrouten erfreuen sich einer hohen Nachfrage.“ Bei diesen Angeboten ließen sich die geltenden Coronaregeln auch sicher einhalten.

Spannende Projekte

Er sei guter Dinge, dass dieser erfreuliche Trend weiter anhält, so Bröker. Mit neuen Maßnahmen wie zum Beispiel dem neuen Fernwanderweg „Hohe Mark Steig“, der Weiterentwicklung der „Römer-Lippe-Route“ zum ersten digitalen Radweg oder auch dem neuen Familienradweg „SteverLandRoute“ seien zuletzt „spannende Projekte ins Leben gerufen worden“.

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Stadtagentur zieht Tourismus-Zwischenbilanz

Die Stadtagentur hat in diesem Jahr eine neue Gäste-Information herausgegeben mit bewährten und neuen Reiseprogrammen. In diese Programme sind neue touristische Trends, wie das Waldbaden und aktuelle touristische Entwicklungen bereits berücksichtigt und eingearbeitet worden. Bröker: „Unter anderem dadurch erhoffen wir uns, das touristische Angebot unsere Seestadt auf hohem Niveau halten zu können.“

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