Starkregen setzt Lippramsdorf unter Wasser

Schwere Schäden

Das Wetter spielte wieder einmal verrückt: Ein schweres Gewitter mit extrem heftigen Regengüssen und Hagel verwandelte Dienstagnachmittag überall in Lippramsdorf Straßen in schlammige, kaum passierbare Flüsse und setzte Keller bis ins Erdgeschoss hinauf unter Wasser. Die Feuerwehr fuhr zwischen 16 und 18.30 Uhr mehr als 50 Einsätze.

LIPPRAMSDORF

, 07.06.2016, 18:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Feuerwehr pumpte überall Keller leer.BLudau

Die Feuerwehr pumpte überall Keller leer.BLudau

Gegen 16.15 Uhr heulten sogar die Sirenen. Stadtbrandmeister Georg Rohlf, der die Einsätze koordinierte, erklärte auch warum: "Das war unsere einzige Chance, so viele Einsatzkräfte wie möglich zu mobilisieren."

Wohnungsbrand

Ein betroffener Ortsteil war die Freiheit. Auf der Heerstraße beispielsweise schoss das Wasser fontänenartig aus den Abwässerkanalen durch die Gulliöffnungen oder durch Kellerabflüsse in die Häuser. Die Feuerwehr hatte richtig Stress und wusste nicht, wo sie zuerst helfen konnte. In einem Fall rissen die Regenmassen den Garten einer Familie mit, Wasser und Schlamm schossen direkt in den Keller des dahinter liegenden Hauses.

Zu allem Übel mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr zeitgleich zu einem Wohnungsbrand auf der Burgstraße ausrücken. "Das Feuer konnte aber rechtzeitig gelöscht werden. Verletzt wurde zum Glück niemand", teilte Stadtsprecher Georg Bockey auf Anfrage mit.

Eimerweise trugen Bewohner das Wasser aus den Kellern und Wohnungen. Knöcheltief stand Fritz Bauer im Wasser: "So etwas habe ich noch nicht erlebt." Brigitte Arns ist entsetzt: "Auf der Heerstraße ist Land unter, überall Feuerwehr. Wir hatten Glück, aber alle um uns herum nicht."

In den sozialen Netzwerken posteten die Menschen Fotos und Videos, auf denen das Ausmaß der Katastrophe ersichtlich wurde.

50 Mal ausrücken

Insgesamt mussten die Einsatzkräfte innerhalb weniger Stunden mehr als 50 Mal mit insgesamt mehr als 80 Helfern ausrücken - einen Einsatz in dieser Größenordnung bezeichnete ein Feuerwehrsprecher als "außergewöhnlich". Auch Helfer vom Technischen Hilfswerk leisteten Unterstützung. Ebenso Kameraden aus Dorsten.

"Die Nachbarschaftshilfe hat gut funktioniert", sagte dazu Georg Bockey. Die Kräfte fuhren Einsätze im ganzen Dorf, von der Kusenhorst bis zur Freiheit. Inselweg, Heerstraße, Pastoratsweg, Sandstraße oder Freiheiter Weg waren einige der Einsatzorte.

"Es ging heute Morgen in der Eifel los. Dann zog das Unwetter über das Bergische Land Richtung Münsterland", sagte eine Wetterdienst-Sprecherin gestern am späten Nachmittag. In einigen Städten habe es bis zu 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gegeben. Die Gullis konnten die Massen nicht mehr schlucken.

Die heftigen Schauer setzten auch die Dorstener Straße unter Wasser, sodass sie kurzzeitig nicht passierbar war. Von den Feldern spülte zusätzlich der Sand auf die Fahrbahn und schoss über den Asphalt hinaus auf die Grundstücke und in die Häuser der Anwohner. "Land unter. Garten und Keller komplett abgesoffen", äußert Steffi Budde auf Facebook ihr Entsetzen.

 

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Starkregen setzt Lippramsdorf unter Wasser

Das Gewitter hatte es in sich für den Halterner Ortsteil Lippramsdorf: Zahlreiche Keller, Gärten, Straßen standen unter Wasser. Anwohner und Feuerwehr arbeiteten unter Hochdruck. Ein paar Bilder finden Sie in unserer Fotostrecke.
07.06.2016
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Ein Einsatzfahrzeug des Baubetriebhofes der Stadt säuberte die Heerstraße.© Foto: Jürgen Wolter
Ein mehr als ein Meter tiefer Krater tat sich auf dem Maisfeld von Landwirt Dammann in Bergbossendirf auf. Jan Dammann verfüllte ihn am Morgen mit seinem Trecker.© Foto: Jürgen Wolter
Im Lambertusstift war im Untergeschoss Saubermachen angesagt.© Foto: Jürgen Wolter
Ein mehr als ein Meter tiefer Krater tat sich auf dem Maisfeld von Landwirt Dammann in Bergbossendirf auf. Jan Dammann verfüllte ihn am Morgen mit seinem Trecker.© Foto: Jürgen Wolter
Statt Gartenparty gab es für Steffi Budde diesen Blick aus ihrem Fenster.© Foto: Budde
Fahrzeuge des Landesbetriebs Straßen NRW Straßen NRW räumten die Fahrrad- und Gehwege entlang der Dorstener Straße
Fahrzeuge des Landesbetriebs Straßen NRW Straßen NRW räumten die Fahrrad- und Gehwege entlang der Dorstener Strtaße© Foto: Jürgen Wolter
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
Lippramsdorf war von dem Starkregen am Dienstag (7. Juni) besonders stark betroffen. Feuerwehr und Anwohner taten ihr Möglichstes, um den Wassermassen Herr zu werden.© Foto: Elisabeth Schrief
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