Staupe-Virus in NRW - Halterner Tierärztin empfiehlt regelmäßige Impfung

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Das Staupe-Virus ist zurück: Die für Hunde potenziell tödliche Krankheit kann durch Wildtiere übertragen werden. Nicht nur wegen Fällen im Rheinland raten Tierärzte zu regelmäßigem Impfen.

Haltern

, 25.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Köln, Leverkusen und Wuppertal sind an Staupe erkrankte Füchse gefunden worden. Da Füchse weite Strecken wandern können, gibt es eine Warnung für ganz NRW.

Im Kreis Unna wurden nach Angaben des Kreisveterinäramtes zwei Staupe-Fälle in 2019 gemeldet. Das ist zwar weiter weg, aber trotzdem sollten besonders Hundebesitzer sich der Gefahren durch eine Infektion mit Staupe bewusst sein. Die Krankheit endet in den meisten Fällen tödlich.

Keine Fälle des Staupe-Virus im Kreis bekannt

Das Kreisveterinäramt in Recklinghausen hat keine Zahlen über an Staupe erkrankte Tiere. „Die Krankheit ist nicht meldepflichtig“, sagt Pressesprecher Jochem Manz. Man habe zurzeit keine Infos über ein gehäuftes Auftreten des Staupe-Virus im Kreis, so Manz weiter.

Füchse, Marder, Waschbären und auch Hunde können davon befallen sein. Hauskatzen lassen sich zwar mit dem Virus infizieren, zeigen jedoch keine Symptome. Bis zur Einführung der Impfung in den 1960er-Jahren war Staupe ein in Deutschland weitverbreitetes Virus. Dann ging die Zahl deutlich zurück. Nun aber steigt sie wieder.

Staupe-Virus in NRW - Halterner Tierärztin empfiehlt regelmäßige Impfung

Die Halterner Tierärztin Christiana Brathe © Ingrid Wielens

Es gebe bei manchen Tierhaltern eine gewisse Impfmüdigkeit, beobachtet die Halterner Tierärztin Christiana Brathe. „Die Leute haben Sorge, das Tier überzuimpfen“, sagt Brathe. Dabei sei die Impfung der wirksamste Schutz gegen Krankheiten.

In ihrer Praxis sei Staupe auch ohne das konkrete Auftreten von Fällen bereits länger Thema, seit etwa einem Jahr informiert sie in ihrem Wartezimmer mittels Aushängen die Besucher. „Wir sind grundsätzlich schon einem erhöhten Infektionsdruck ausgesetzt“, sagt Brathe. Sie sei außerdem dazu übergegangen, die Grundimmunisierung bei Welpen nicht nur standardmäßig in der 8. und 12. Woche durchzuführen, sondern eine weitere Impfung in der 16. Woche anzubieten.

In dieser kombinierten Impfung werden die Jungtiere gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose, Zwingerhusten und auch gegen Tollwut immunisiert. Die Impfung sollte jährlich aufgefrischt werden. „Wenn ich darüber aufkläre, haben die meisten Tierhalter Verständnis“, sagt die Tierärztin.

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Das Problem bei Viruserkrankungen wie Staupe zum Beispiel sei, dass man ein erkranktes Tier nur symptomatisch behandeln könne, also eine Lungenentzündung oder eine Magen-Darm-Erkrankung. Oft komme zusätzlich zum Virus noch eine bakterielle Entzündung. Die Tiere stürben oft an multiplen Organversagen. Sie habe es einmal erlebt, als sie noch in einer Praxis als Angestellte gearbeitet hat, wo ein ganzer Wurf Staupe hatte. „Alle Hunde sind gestorben.“

Welche Symptome zeigen an Staupe erkrankte Tiere?

  • Hohes Fieber
  • Erbrechen
  • Lähmungserscheinungen
  • Zittern
  • Krämpfe
  • Atemnot
  • Augen- und Nasenausfluss

Die Ansteckung erfolgt über Kot oder andere Körperausscheidungen von infizierten Tieren. Bereits beim Schnüffeln am Kot infizierter Füchse können sich Hunde anstecken. Für Menschen ist Staupe nicht gefährlich.

Wichtig zu wissen: Werden Hund und Katze nicht mehr geimpft, können sich Infektionserreger in der großen Zahl empfänglicher Tiere ungehindert verbreiten. Ein wirksamer Seuchenschutz, die sogenannte Populationsimmunität, ist nämlich erst gegeben, wenn 70 Prozent der Tiere einen belastbaren Impfschutz aufweisen. Auch die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt deshalb für Hunde regelmäßige Impfungen gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, HCC (Ansteckende Leberentzündung), und Tollwut.

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