Sternsingen für den guten Zweck

HALTERN „Kinder suchen Frieden – buscamos la paz“ lautete das Motto der Aktion Dreikönigssingen 2009. Auch in Haltern waren Mädchen und Jungen, verkleidet als Heilige Drei Könige, unterwegs, um die Friedensbotschaft zu bringen, die Häuser zu segnen und um eine Spende – vor allem für die Kinder in Kolumbien – zu bitten. Annabell Geilmann (11) und Stefan Koprek (13) über ihre Erfahrung als Sternsinger und Begleiter und darüber, dass ihnen schon mal die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde.

von Von Elke Rüdiger

, 06.01.2009, 13:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ich bin auch als Begleiter mitgegangen.

Ich gehe mit der Gruppe mit, singe aber nicht und habe keinen Text. Aber ich helfe bei allen kleinen Dingen, passe auf, dass niemand nass durch die Gegend läuft oder über die Straße rennt, rufe bei Problemen im Pfarrheim an und schreibe den Segensspruch an die Hauswand „20 + C + M+B  + 09“, Christus mansionem benedicat = Christus, segne dieses Haus. Sonst halte ich mich im Hintergrund.

Als Sternsinger waren wir natürlich bei den Vorbereitungstreffen dabei. Haben Texte und Lieder eingeprobt und etwas über das jeweilige Land erfahren.

Es gibt immer drei bis fünf Vortreffen, da lernen wir uns kennen, bilden die Gruppen, wenn wir nicht schon mit Freunden hingehen. Wir basteln Kronen, üben die Lieder, legen die Rollen fest, wer welchen Könige spielt, oder wer Sternenträger ist. Und wir lesen oder hören etwas über die Projekte, die die Sternsinger in dem Jahr unterstützen.

Nicht alle. Einige finden das peinlich, aber das ist mir egal. Wenn sie mich fragen, warum ich das mache, dann erkläre ich es ihnen. Sonst ignoriere ich sie einfach.

Meine Freunde wissen, dass ich in die Kirche gehe und Messdiener bin. Aber das ist etwas, was sie überhaupt nicht interessiert. Also reden wir nicht darüber, dass ich immer mit den Sternsingern ziehe.

Meine jüngere Cousine wollte als Sternsinger mitmachen, da habe ich gesagt, dass ich ihre Gruppe begleite. Und ich finde es gut, anderen Kindern zu helfen.

Beim ersten Mal wollte ich eigentlich nicht mitmachen. Aber meine Mutter hat gesagt, ich helfe Kindern, die es nicht so gut haben. In Kolumbien haben viele Kinder keine Familie, kein Geld, keine Schule, stattdessen Krieg, Gewalt, Hunger und Not.

Fast alle sind nett. Nur ein Mann auf der Lohstraße hat die Könige ihren Text sagen und das Lied singen lassen und ihnen dann ohne Begründung die Tür vor der Nase zugeschlagen. Wir reden darüber, beim ersten Mal ist so ein Verhalten schockierend. Aber es gibt auch tolle Situationen: Heute hat uns eine Frau 100 Euro in die Dose getan. Klasse! Ich bin im nächsten Jahr sicher wieder als Begleiter dabei.

Ich auch. Als Begleiter. Verantwortung zu übernehmen macht mehr Spaß. Das einzige, was uns erschreckt hat: Eine Frau ließ ihren Hund von der Leine, der kam dann die Treppe runter gejagt, dass wir ziemliche Angst hatten.

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