Steuersünder kommt mit Bewährung davon

Prozess in Essen

Milde Strafe für einen umtriebigen Steuersünder. Trotz eines Außenstandes von über drei Millionen Euro bei den Finanzbehörden ist ein Unternehmer aus Haltern vor Gericht mit zwei Jahren Haft auf Bewährung davongekommen.

HALTERN

31.07.2015, 15:13 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der 55-jährige Angeklagte hatte im Prozess vor dem Essener Landgericht ein Minimal-Geständnis abgelegt und lediglich die Hinterziehung von 800.000 Euro Umsatzsteuern eingeräumt. Über Einkommens- und Gewerbesteuer wurde praktisch gar nicht mehr gesprochen.

Für die Richter war das offenbar ausreichend. Sie hatten bereits im Vorfeld des Prozesses signalisiert, dass sie sich einer Bewährungsstrafe nicht verschließen wollen. In einem verlesenen Vermerk hieß es: Die Taten liegen lange zurück. Außerdem ist der Angeklagte nicht vorbestraft.

Zweifelhafter Ruf

Der 55-jährige Geschäftsmann hatte sich vor allem in der Call-Center- und Glücksspiel-Szene einen – allerdings zweifelhaften – Ruf erworben. Seine Geschäftskontakte gingen bis nach Panama. Dort will er unter anderem ein Online-Casino aufgebaut haben. Neben der Bewährungsstrafe wurde die Zahlung von 60.000 Euro an gemeinnützige Organisationen angeordnet.

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