Stever-Fischsterben: Ökologisches Gleichgewicht aus den Fugen geraten

rnZwischenstever

Dass es trotz neuer Belüftungsanlagen wieder zu einem massiven Fischsterben in der Zwischenstever gekommen ist, bewegt Anwohner und Naturfreunde. Lösungen gestalten sich aber schwierig.

Haltern

, 21.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Herbst 2019 trafen sich die Vertreter der Gelsenwasser AG, der Unteren Fischereibehörde Recklinghausen, der Oberen Fischereibehörde Münster, die Westfälische Wasser- und Umweltanalytik, der Fischereiberater des Kreises sowie Vertreter der Halterner Angelvereine zum jährlichen Erfahrungsaustausch. „Dabei wurde vorrangig das massive Fischsterben in der Oberstever diskutiert“, erzählt Stephan Brathe vom Angelsportverein Petri Heil, dessen Mitglieder sich um die Hege des Gewässerabschnitts kümmern.

„Es hat leider nicht geholfen“

Die Stadt Haltern und die Gelsenwasser AG hatten kürzlich, wie von uns berichtet, vier Belüftungsanlagen installieren lassen. Trotzdem ist das Gewässer zwischen der Hullerner und Halterner Talsperre aufgrund des niedrigen Sauerstoffgehalts in diesen Tagen erneut umgekippt, wieder sind viele Fische verendet. Brathe: „Man kann niemandem einen Vorwurf machen. Alle waren im Vorfeld sensibilisiert, aber es hat leider nicht geholfen. Wir müssen nun Ideen entwickeln und konstruktiv über mögliche neue Lösungen diskutieren. Am Ende muss das natürlich auch darstellbar sein“, blickt er nach vorn.

Lang anhaltende Trockenheit, starke Hitzeperioden und Starkregenfälle seien eine Folge des Klimawandels und hätten aus seiner Sicht auch erheblichen Einfluss auf die Gegebenheiten. „Das wird uns in Zukunft vermutlich noch intensiver beschäftigen.“ Im November werde man mit allen Vertretern wieder zu einem „Runden Tisch“ zusammenkommen, so Brathe.

„Weitere Möglichkeiten haben wir zur Zeit nicht“

„Wir müssen feststellen, dass das ökologische Gleichgewicht des Gewässers in diesem Abschnitt aus den Fugen ist“, hatte sich Magnus Meckelburg, Leiter des Wasserwerks Haltern, geäußert.

Hätte man die vier Belüftungsanlagen auf der Strecke verteilen oder besser im oberen statt im unteren Bereich des Flusses installieren müssen? Was kann darüber hinaus noch getan werden, um die Stever in Zukunft vor einem Umkippen zu bewahren und Flora und Fauna zu schützen? Diese Fragen beschäftigen auch die Anwohner. „Weitere Möglichkeiten haben wir zur Zeit nicht“, bedauert Magnus Meckelburg. „Die Belüftungsanlagen laufen weiter. Allerdings würde ein stärkeres Aufwirbeln des Sediments eher dazu führen, dass die Trübung und damit die Sauerstoffzehrung noch weiter zunehmen.“ Da seien sich auch die beratenden Experten einig.

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