Supermarkt-Azubi hat bei Überfall auf Halterner Kiosk mit Schreckschusspistole geschossen

rnAmtsgericht

Ein Halterner hat bei einem Überfall auf den Kiosk an der Römerstraße eine Waffe gezogen. Zwei Kollegen hatte er vor Gericht belastet, beide sind freigesprochen. Jetzt sind Details bekannt.

Haltern

, 04.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Nach einer Serie von Raubüberfällen und einem Diebstahl aus dem Tresor der eigenen Unternehmerfamilie ist ein 23-jähriger Halterner bereits im November zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Insgesamt drei Überfälle sind ihm zur Last gelegt worden: in Kiosken an Sixtus- und Römerstraße sowie in einer Tankstelle an der Thiestraße. Jetzt musste sich der junge Mann erneut vor Gericht erklären.

Angeklagt war allerdings diesmal jemand anders: ein 23-Jähriger aus Herne, der mit dem bereits Verurteilten vor drei Jahren in einem Halterner Supermarkt in der Lehre war. Der Tatvorwurf am Mittwoch: Der Herner soll einen Kiosk an der Römerstraße ausgespäht haben, damit der Halterner ihn wenig später ausrauben konnte.

Mann wollte dem Täter die Schusswaffe entreißen

Dramatische Szenen haben sich damals, im Januar 2016, an der Ecke zur Holtwicker Straße abgespielt. Sicher ist: Der bereits Verurteilte betrat den Kiosk mit einer Maske über dem Kopf und einer Schreckschusspistole in der Hand.

„Geld her“, rief er, hatte aber nicht gesehen, dass die Verkäuferin einen Bekannten bei sich hatte. Der Mann lief auf den Räuber zu, wollte ihm die Waffe entreißen, es fielen Schüsse. Der heute 23-Jährige konnte sich losreißen und flüchtete ohne Beute.

Supermarkt-Azubi hat bei Überfall auf Halterner Kiosk mit Schreckschusspistole geschossen

Der heute 23-Jährige ist beschuldigt worden, den Tatort ausgespäht zu haben. © Kevin Kindel

Der Täter gab an, sein damaliger Kollege aus Herne habe vorher den Kiosk betreten, um zu sehen, ob die Luft rein ist. Außerdem soll der Herner die Tatwaffe später bei sich versteckt haben. Der wiederum sagt, der Täter habe ihn zwar in seiner Wohnung überreden wollen, mitzumachen: „Aber ich habe Nein gesagt, bin zu Hause geblieben und war nicht in dem Kiosk.“

So bestätigte es auch die 24-jährige Verkäuferin, die Opfer des Überfalls wurde: „Ich kenne dieses Gesicht nicht. An dem Abend wäre er mir aufgefallen“, sagte sie mit Blick auf den Angeklagten. Nur der bereits Verurteilte sei in den Laden gekommen. So wurde der junge Mann dann auch freigesprochen.

Ein dritter Beschuldigter ist bereits freigesprochen worden

Der Sohn einer Unternehmerfamilie beharrte auf der Beteiligung seines Bekannten: „Das könnte ich unter Eid beschwören.“ Im vergangenen Sommer ist ein dritter Beschuldigter bereits freigesprochen worden. Der Halterner hatte zuvor angegeben, von diesem Dritten, auch einem Ex-Kollegen, zu den Überfällen angestiftet worden zu sein.

Vor dem Amtsgericht Marl wurde derselbe Eindruck des Täters deutlich wie bei einem vorherigen Verfahren: „Wegen des Geldes hätte der das nicht gemacht“, sagte Verteidiger Aykan Akyildiz: „Der hat damit herumgeprahlt, um sich als cooler Typ darzustellen.“ Bei den drei Überfällen erbeutete der junge Mann insgesamt 90 Euro.

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