Sven Bieckhofe erwischte "Wolf" mit der Kamera

Hobbytierfotograf im Interview

Bislang war unklar, wer das Bild von dem Lavesumer "Wolf" gemacht hat, der in dieser Woche überregionales Interesse geweckt hat. Nun hat sich der Fotograf, dem die Aufnahme gelungen ist, in unserer Redaktion gemeldet.

LAVESUM

, 22.04.2016, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sven Bieckhofe hat das Foto von dem vermeintlichen Wolf geschossen.

Sven Bieckhofe hat das Foto von dem vermeintlichen Wolf geschossen.

Er heißt Sven Bieckhofe, ist 30 Jahre jung und kommt gebürtig aus Hausdülmen. "Ich bin regelmäßig in der Natur unterwegs und leidenschaftlicher Hobbytierfotograf", erzählt er, als er sich am Donnerstagabend mit unserem Redakteur Daniel Winkelkotte zum Gespräch trifft. Im Interview räumt er mit Gerüchten auf, die entstanden sind.

Herr Bieckhofe, wann haben Sie das Foto geschossen?

Die Aufnahme ist mir frühmorgens am 27. März gelungen. Das Bild stammt nicht von einer Wildkamera, wie zuletzt ja auch behauptet wurde. Ich habe es mit meinem Fotoapparat gemacht.

Haben Sie sich gezielt auf die Lauer gelegt?

Es ist so, dass ich häufiger in der Natur bin, um Tiere zu fotografieren. Dass mir dieser Schnappschuss gelungen ist, war reiner Zufall. Ich habe das Tier aus relativ weiter Entfernung kommen sehen. Es ist dann weggerannt. Ich habe mehrfach auf den Auslöser meiner Kamera gedrückt. Leider ist mir nur diese eine Aufnahme richtig geglückt.

Was ist Ihnen anschließend durch den Kopf gegangen?

Im ersten Moment war ich natürlich überrascht, weil ich nicht damit gerechnet hatte. Leider habe ich auf dem Bild den Kopf des Tieres nicht erwischt. Das ärgert mich, weil man sonst besser bestimmen könnte, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. So lässt es sich leider nicht eindeutig sagen. Es könnte sich auch um einen ausgebüxten Wolfshund handeln.

Was glauben Sie denn selbst?

Ich habe Losung (in der Jägersprache bei Wild und Hund der Kot) gefunden, die leider zu alt war, um damit feststellen zu können, ob es sich um ein Wolf handeln könnte.

Schade...

Es ist auffällig, dass Wölfe meist auf Truppenübungsplätzen entdeckt werden. Plötzlich sind sie da. Vielleicht ist er auf Rädern statt auf Pfoten gekommen. Es gibt Tierfreunde, die wollen den Wolf bundesweit heimisch machen. Vielleicht hat man ihn gezielt ausgesetzt.

Eine sehr gewagte Behauptung. Wo genau haben Sie das Foto gemacht?

Ich gehe immer in der Gegend hier rum. Die Truppenübungsplätze sind keine zehn Kilometer von Hausdülmen entfernt, was für einen Wolf aber auch einen Wolfshund keine Entfernung ist. Die schaffen ohne Probleme 100 Kilometer am Tag. Den genauen Ort werde ich aber nicht verraten. Ich möchte die Tiere im Wald schützen. Deshalb habe ich die Aufnahme auch lange geheimgehalten.

Wie kam es, dass das Foto dann trotzdem die Runde gemacht hat?

Mein Vater hat es bei seinem Jägerstammtisch gezeigt. Dort hat es wohl jemand abfotografiert und anschließend in Umlauf gebracht.

Wie stehen Sie persönlich zur Rückkehr des Wolfes?

Es ist spannend, dass diese Tierart oftmals so emotional diskutiert wird. Wir müssen hinbekommen, sachlich über das Thema zu reden. Viele Menschen haben vom Wolf ein verzerrtes Bild. Ich würde eine Rückkehr begrüßen. Es sind intelligente Tiere, die nach meiner Ansicht zur heimischen Fauna gehören.

 

- Immer wieder kommt es zu Wolfs-„Beobachtungen“ in NRW, meist handele es sich aber um Verwechslungen, denn wolfsähnlich gefärbte große Hunde kann man von echten Wölfen nur sehr schwer unterscheiden, meint Peter Schütz, Sprecher vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) auf Anfrage unserer Redaktion.

- Das LANUV organisiert das landesweite Wolfsmonitoring nach internationalen Standards. Hinweise auf frei lebende Wölfe werden systematisch gesammelt, vor Ort überprüft, dokumentiert und fachlich bewertet – nach bundesweit einheitlichen wissenschaftlichen Kriterien und Methoden. „Um eindeutig feststellen zu können, ob es sich bei dem Tier um einen Wolf handelt, bräuchten wir genetisches Material“, so Schütz. Nur so könnten Experten der Senckenberg-Forschungsstation Gelnhausen mehr zur Identität des Tieres herausbekommen.

- Das Foto von Sven Bieckhofe habe man mittlerweile von Kollegen der zuständigen Fachabteilung prüfen lassen. „Die Beurteilung ist schwierig“, betont Peter Schütz. „Wesentliche Merkmale sind auf dem Foto nicht deutlich genug zu erkennen. Zur Authentizität der Aufnahme wollen wir uns ebenfalls kein Urteil erlauben.“ 

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