Tag der offenen Tür im Künstlerhof Lavesum

Kreativtag

Das Substantiv „Kunst“ stammt vom Verb „können“ ab. Warum, das konnten die Besucher am Sonntag beim Tag der offenen Tür auf dem Künstlerhof Lavesum herausfinden. Denn dort gab es jede Menge Kreatives von Künstlern und Kunsthandwerkern zu sehen.

LAVESUM

, 23.05.2017 / Lesedauer: 3 min
Tag der offenen Tür im Künstlerhof Lavesum

Beata Glatthaar mit einem ihrer Werke. Sie arbeitet mit einer besonderen Technik, dem intuitiven Malen. Dabei steht mehr der kreative Schaffensprozess als das Motiv im Fokus.

Denn dort gab es nicht nur jede Menge Kreativität, sondern auch reichlich handwerkliches Geschick zu sehen. Doch nicht nur Künstler, die dort ein Atelier betreiben, hatten Gelegenheit, sich und ihre Arbeiten vorzustellen: „Zum Tag der offenen Tür laden wir immer auch Künstler aus der Region ein“, erklärt Cornelia Kolve vom Künstlerhof.

Kreativer Prozess

Eine von den „Externen“ war auch die Bochumer Malerin Beata Glatthaar, die sogenanntes „Intuitives Malen“ betreibt und auch entsprechende Workshops –  unter anderem in Lavesum – anbietet: „An dieser Kunstform ist aber weniger das Ergebnis als der eigentliche kreative Prozess das Wichtige.“

Natürlich gebe es aber einen „roten Faden“, an dem man sich entlang hangeln würde. Wichtig sei aber vor allem die Bereitschaft, sich zu öffnen und sich mit sich selbst auseinanderzusetzen: „Ich spreche gerne davon, dass das intuitive Malen praktisch ein Rendezvous mit sich selbst ist“, so die Künstlerin. Daher werde es auch bei verschiedenen Therapieformen eingesetzt.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Künstlerhof Lavesum

Malerei in verschiedenster Ausprägung, filigrane Arbeiten aus Metall oder fein gedrechselte Teller und Schüsseln aus Halterner Holz. Beim Tag der offenen Tür auf dem Künstlerhof Lavesum fand jeder Besucher das passende und brauchte nicht mit leeren Händen nachhause gehen.
23.05.2017
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Beata Glatthaar mit einem ihrer Werke. Sie arbeitet mit einer besonderen Technik, dem intuitiven Malen. Dabei steht mehr der kreative Schaffensprozess als das Motiv im Fokus.© Foto Nils Heimann
Heinz Rohlf zeigt sein Meisterstück: Den Nachbau eines Folterwerkzeuges aus dem 14. Jahrhundert.© Foto Nils Heimann
Irma und Heinrich Stegemann haben sich für zwei Hängevasen entschieden.© Foto Nils Heimann
Dr. Bernd Heßner betreibt eine Drechslerwerkstatt auf dem Künstlerhof.© Foto Nils Heimann
Heike Kostarellis fertigt Sprüche auf Architekten-Papier die für Entspannung im Alltag sorgen sollen.© Foto Nils Heimann
Filzen ist die Leidenschaft von Monika Ufermann.© Foto Nils Heimann
Natürlich gab es jede Menge selbst gebackenen Kuchen für die Besucher.© Foto Nils Heimann
Dank des guten Wetters konnten die Künstler auch im Außenbereich ausstellen.© Foto Nils Heimann
Für den musikalischen Rahmen sorgten Musiklehrer Ludwig Licht und einer seiner Schüler, Henning Franz.© Foto Nils Heimann
Auch diese witzigen Keramikfiguren konnten Besucher erstehen.© Foto Nils Heimann
Zur Erholung konnten sich die Besucher auf der Terrasse niederlassen.© Foto Nils Heimann
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Motivisch deutlich zielgerichteter arbeitet Cornelia Kolve selbst: „Mein Herz schlägt für Ölbilder mit klaren figürlichen Motiven“, betont sie das, was sich selbst dem weniger kompetenten Betrachter beinahe automatisch erschließt. Ihre Bilder haben überwiegend Menschen zum Thema. Dabei beschränkt sie sich nicht auf deren Darstellung in statischer Haltung, sondern bringt auch komplexe Bewegungsabläufe auf die Leinwand.

Drechslerwerkstatt 

Deutlich mehr in Richtung Kunsthandwerk gehen die Arbeiten von Dr. Bernd Heßner und Rainer Kolve. Die beiden betreiben eine Drechslerwerkstatt auf dem Künstlerhof: „Vor allem stellen wir Teller, Schalen und Hängevasen aus Holz her“, so Heßner.

Das besondere an ihren Arbeiten ist, dass sämtliches Holz aus der Region stammt. „Wir verarbeiten alles, was wir so aus der Nachbarschaft bekommen, egal ob Eiche, Buche oder Kirsche.“ Und das kommt an bei den Besuchern. Irma und Heinrich Stegemann haben sich für zwei Hängevasen entschieden: „Im Sommer kann man sie für Blumen, im Winter für Kerzen nutzen“, erklären sie ihre Entscheidung.

Wer auf die ganz filigranen Details stand, fand in Maschinenbaumeister Heinz Rohlf den perfekten Gesprächspartner. Rohlf bietet zwar die meisten seiner Arbeiten zum Verkauf an, doch sein Meisterstück ist eine unverkäufliche Auftragsarbeit des Landes Nordrhein-Westfalen:

Der Nachbau eines Folterwerkzeuges aus dem 14. Jahrhundert mit einem hochkomplexen Verschlussmechanismus, den er in mehr als 200 Arbeitsstunden angefertigt hat, wird demnächst auf der Burg Kakesbeck bei Lüdinghausen ausgestellt.

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