Tangolé: Mal seicht, mal feurig

HALTERN Jazz und Chansons sind ihr Zuhause. Aber auch der Tango liegt ihr im Blut. Karin Zimny servierte einem kleinen, aber interessierten Publikum die verschiedensten Formen des Tango beim „Tangolé“ am Freitagabend im Alten Rathaus.

von Von Ellen Adam

, 18.05.2008, 12:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Tangolé“ zog vor allem weibliche Fans in den Bann. Karin Zimny zeigte viele Gesichter des Tangos.

„Tangolé“ zog vor allem weibliche Fans in den Bann. Karin Zimny zeigte viele Gesichter des Tangos.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kulturbonbons“ präsentierte sie im Quartett nicht nur Lyrik, Rhythmus und Leidenschaft. Sie nahm die Gäste mit um die Welt. Pianist Thomas Schäfer, Kontrabassist Norbert Hotz und nicht zuletzt Ruthilde Holzenkamp am Akkordeon – sie untermalte zum Teil mit zweiter Stimme – sorgten im harmonischen Zusammenspiel für nuancenreiche Leichtigkeit.

Musik ging unter die Haut

Mal seicht, mal feurig kamen die einzelnen Kompositionen daher. Mal rauchig intoniert durch Sängerin Karin Zimny. Und dabei war schnell klar: Der wirkliche Tango ist nicht unbedingt der deutsche. Zwar klingen „Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein“ oder die „Capri-Fischer“  vielen noch im Ohr, aber „Por una Cabeza“ aus Frankreich etwa oder „Olé Guapa“ aus den Niederlanden wie auch „Aranyszinü szöke hajad“ aus Ungarn sind Titel, die durch das perfekte Miteinander der drei Instrumentalisten unter die Haut gingen.

Wehmütige Klänge

Mal übernahm Norbert Hotz die Interpretation der wehmütigen Klänge des Tangos nur durch das Zupfen der Saiten, mal Ruthilde Holzenkamp, die mit ihrem Akkordeon typische helle und leichte Elemente herauskitzelte. Ob polnische Polka, die Milonga oder Tango Argentino – der Tango hält seit vielen Jahrzehnten Einzug in fast alle Musikrichtungen.

Ruhrpottcharme

Karin Zimny integrierte schon immer einen Tangopart in ihre Jazz- und Chansonsabende. Seit Februar ist das Quartett mit dem reinen Tango-Programm unterwegs. Aber auch dabei muss das Publikum auf die gewollte teils schnoddrige Moderation mit Ruhrpottcharme der Recklinghäuserin nicht verzichten.

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