Tastschreiber im Wettkampf voll konzentriert

Deutsche Meisterschaft

Große Anspannung herrscht in der Aula des Schulzentrums. An 101 Tischen sitzen die Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft in Stenografie und Tastschreiben (DM). Sie arbeiten konzentriert, zweimal 10 und zweimal 30 Minuten gucken sie gebannt auf ihren Bildschirm. Zwischen den Disziplinen ist Zeit, zwei Profis ein paar Fragen zu stellen.

HALTERN

, 14.05.2015, 12:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tastschreiber im Wettkampf voll konzentriert

Gerade in den letzten Minuten vor Ablauf der Zeit bei den einzelnen Disziplinen herrscht hohe Konzentration. Die Anspannung ist auf dem Höhepunkt.

Zum zweiten Mal wird die DM in Haltern ausgetragen. Organisiert hat sie der Halterner Stenografenverein unter der Leitung von Windfried Robert.

Aus den eigenen Reihen des Vereins treten der Peter Dudziak, mehrfacher Weltmeister in unterschiedlichen Disziplinen des Tastschreibens, und die Bundestagsstenografin Waltraud Plickert an. 

Herausforderung für den Weltmeister

Herr Dudziak, Sie sind ja Profi im Tastschreiben. Ist die Deutsche Meisterschaft für Sie denn eine Herausforderung?

In gewissem Sinne ja. Die deutschen Schreiber sind relativ gut. Und ich hatte in letzter Zeit auch nicht so viel Gelegenheit, mich vorzubereiten. Ich habe zwar die Aufgaben der Vorjahre geübt. Aber meine Leistungen sind nicht mehr so stark wie früher.

Welche Disziplin ist für Sie am schwierigsten?

Jede hat ihre eigene Schwierigkeit. Beim Schnellschreiben muss man sich sehr lange konzentrieren, schon ein Durchhänger von zehn Sekunden kostet einen zwei Zeilen. Beim Perfektionsschreiben wiegt jeder einzelne Fehler sehr schwer. Und bei der Textverarbeitung weiß man nie, was dran kommt. Da geht es in die Tiefen von Word.

Was ist Ihr persönliches Ziel?

700 Anschläge pro Minute im Schnellschreiben, 200 bei der Textbearbeitung. Wahrscheinlich schaffe ich 680 mit mehr Fehlern als früher. Es waren mal 730 mit wenig Fehlern.

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Konzentrierte Tastschreiber

In der Aula des Schulzentrums klappern die Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft in Stenografie und Tastschreiben am Donnerstag und Freitag mit den Tasten ihrer Tastaturen. Ihre Finger fliegen beinahe darüber. Hochkonzentriert lösen sie die Wettbewerbsaufgaben.
14.05.2015
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Die Teilnehmer füllen die Teilnehmerzettel aus.© Foto: Vanessa Dumke
Die Aufgabenstellung wird genau gelesen. Erste Disziplin: Praxisorientierte Textverarbeitung.© Foto: Vanessa Dumke
Zu hören sind nur das Klappern der Tasten, das Klicken von Mäusen und gelegentlich das Rascheln von Papier, wenn die Teilnehmer die bearbeiteten Aufgabenzettel zur Seite legen.© Foto: Vanessa Dumke
Vor Beginn des Wettbewerbs muss überprüft werden, ob auf den verteilten USB-Steckern alle notwendigen Dateien enthalten sind.© Foto: Vanessa Dumke
Das Helferteam teilt gleich die Mappen mit den Aufgaben aus.© Foto: Vanessa Dumke
Die Mappen mit den Aufgaben liegen auf dem Tisch vor den Helfern.© Foto: Vanessa Dumke
Die Aufgaben werden ausgeteilt.© Foto: Vanessa Dumke
Bei der Textverarbeitung muss zunächst ein unformatierter Serienbrief formatiert und eine Datenquelle erstellt werden.© Foto: Vanessa Dumke
Danach muss ein Text layoutet werden. Die Vorlage ist total unformatiert. Bearbeitet werden müssen unter anderem: Schriftart, Grafiken, Formatvorlagen© Foto: Vanessa Dumke
Konzentriert arbeitet diese Teilnehmerin an dem Dokument. Sie muss einen Brief formatieren© Foto: Vanessa Dumke
101 Tische wurden für den Wettbewerb in die Aula getragen. Etwa 30 Helfer des Halterner Stenografenvereins haben alles selbst vorbereitet, inklusive der Verlegung der Stromkabel.© Foto: Vanessa Dumke
279 Schreiber, einschließlich der Stenografen, nehmen an den Wettbewerben teil.© Foto: Vanessa Dumke
Im ganzen Raum herrscht während der Wettbewerbe Anspannung. Die Teilnehmer sind hochkonzentriert bei der Sache.© Foto: Vanessa Dumke
Kaum ein Blick geht zum Nachbarn, alle starren gebannt auf ihre Bildschirme und auf die Aufgabenzettel.© Foto: Vanessa Dumke
Die Anspannung ist auf dem Höhepunkt.© Foto: Vanessa Dumke
Gerade in den letzten Minuten vor Ablauf der Zeit bei den einzelnen Disziplinen herrscht hohe Konzentration.© Foto: Vanessa Dumke
Der Ausruf "Halt!" beendet jeweils die Durchgänge. Alle Teilnehmer haben danach gleichzeitig die Hände von den Tasten genommen und die Arme gehoben. Nachdem die USB-Stecker eingesammelt sind, ist Pause.© Foto: Vanessa Dumke
Gleich geht es los. Die Teilnehmer sitzen auf ihren Plätzen und schreiben sich ein.© Foto: Vanessa Dumke
Eine der Teilnehmerinnen der Deutschen Meisterschaft ist die Bundestagsstenografin Waltraud Plickert (41).© Foto: Vanessa Dumke
Peter Dudziak, mehrfacher Weltmeister im Tastschreiben© Foto: Vanessa Dumke
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Bundestagsstenografin ohne Siegeschance

Frau Plickert, an welchen Disziplinen nehmen sie teil?

Ich mache nicht bei allen Wettkämpfen mit. Meine Disziplinen sind 30 Minuten Schnellschreiben, 10 Minuten Perfektionsschreiben und Steno in der Meisterklasse.

Wie anstrengend ist es für Sie, sich über 10 oder gar 30 Minuten voll zu konzentrieren?

Das ist schon anstrengend. Es ist eine Herausforderung, aber es ist auch Übungssache. Man muss halt das, was man tut, wirklich gut können und die Tastatur richtig beherrschen. Dann geht das. Ich mache das jetzt schon sehr lange, mit neun Jahren habe ich mit dem Tastschreiben angefangen.

Sind Sie da so kurz vor Wettkämpfen überhaupt noch nervös?

Nicht mehr so richtig. Mit den Jahren legt sich die Nervosität. Außerdem trete ich hier nur zum Spaß an. Ich habe gar keine Chance, als Einzelperson etwas zu gewinnen. Höchstens für die Mannschaft.

Die Deutsche Meisterschaft in Stenografie und Tastschreiben läuft von Mittwoch, 13. Mai, bis Samstag, 16. Mai. Die Wettkämpfe sind am Donnerstag, 14. Mai, und am Freitag, 15. Mai, in der Aula des Schulzentrums. Die Siegerehrung ist am Samstag, 16. Mai. Das Rahmenprogramm besteht aus Feierlichkeiten, kulturellen Angeboten und geselligen Zusammenkünften der Teilnehmer. Rund 30 Helfer des Halterner Stenografenvereins sorgen für den reibungslosen Ablauf.

 

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