Taxis können nicht mehr direkt vorm Eingang halten

St.-Sixtus-Hospital

Nach dem Umbau des Haupteingangs des St.-Sixtus-Hospitals in Haltern am See gibt es nun ein Problem: Taxis können nicht mehr direkt vor der Tür halten. Die Patienten müssen nun 20 Meter bis ins Gebäude laufen. Und das ist gerade für Menschen mit Behinderungen eine ziemliche Belastung.

HALTERN

, 22.11.2016, 16:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Taxis können nicht mehr direkt vorm Eingang halten

Vom Taxistand müssen Patienten seit der Umgestaltung des Krankenhauses bis zum Haupteingang laufen.

Der Berg ist lange abgetragen, der Eingang ebenerdig, barrierefrei und besitzt mit Grün und Wasserspielen für Patienten eine angenehme Aufenthaltsqualität. Aber Renate Mölleckaus Haltern ärgert sich: "Was nutzt mir die schönste Anlage, wenn ich das Sixtus-Hospital nicht trockenen Fußes erreichen kann?"

Renate Mölleck (79) machte ihrem Ärger gegenüber der Halterner Zeitung richtig Luft, nachdem sie Samstag in ihrer Wohnung gestürzt war. Sie sollte auf Anraten des ambulanten Pflegedienstes ins Krankenhaus zur Chirurgie. Also rief sie ein Taxi und dann begann, was sie bis heute "maßlos" wurmt - wie sie sagt.

Durch den strömenden Regen

Das Taxi konnte sie nicht wie früher direkt bis vor den Haupteingang fahren, sondern lediglich bis zu den zwei Taxi-Parkplätzen etwa 20 Meter vom Eingang entfernt. "Ich musste mit meinem Rollstuhl durch den strömenden Regen. Das finde ich Patienten gegenüber ziemlich rücksichtslos", schimpft sie. 28 Jahre ist sie selbst Taxi gefahren und kennt deshalb die ursprüngliche Situation am Krankenhaus. "Mittlerweile beschweren sich viele Fahrgäste über das Handicap", sagt Renate Mölleck.

Andreas Hauke, Geschäftsführer des Katholischen Klinikums Ruhrgebiet Nord und zuständig für Haltern, bestätigte die Veränderung. "Wir haben bewusst den Eingangsbereich von Autoverkehr freigehalten, weil er den Patienten in Ermangelung eines Gartens als Aufenthaltsquartier dienen soll. Für Menschen mit Behinderungen ist das nicht angenehm", sagte er auf Nachfrage. Als Alternative biete sich die alte Pforte an. Sie ist überdacht, dann ist nur der Weg innerhalb des Krankenhauses zur Zentralen Aufnahme weiter. Den Zugang zum Krankenhaus über den Innenhof dürfen allein Rettungswagen für Notfälle benutzen, nicht aber die Taxi-Fahrer.

Lösung finden

Andreas Hauke weiß, dass Gehbehinderte eine Unterstützung benötigen. "Wir werden schauen, ob wir eine Lösung finden, um die Situation verbessern zu können", versprach Hauke. Renate Mölleck konnte nach ambulanter Behandlung wieder nach Hause. Die kleine Wunde verheilt, die Empörung aber bleibt.

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