Tempo 30 für Halterner Hauptstraßen ist vertagt

Nächtlicher Lärmschutz

Geschicktes Ausweichmanöver der Halterner Verwaltung: Das Thema "Tempo 30 auf den Hauptverkehrsadern" nahm sie Dienstagabend wieder von der Tagesordnung des Ausschusses Bauen und Verkehr. "Der Vorschlag findet nicht die Zustimmung des Hauses", sagte Bürgermeister Bodo Klimpel.

HALTERN

, 08.03.2017, 16:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Entscheidung über ein nächtliches Tempolimit etwa an der Weseler Straße wird erst im Juni fallen.

Die Entscheidung über ein nächtliches Tempolimit etwa an der Weseler Straße wird erst im Juni fallen.

Im Vorfeld hatte es Gegenwind aus allen Fraktionen gegeben. „Die Absenkung der Geschwindigkeit in der Nacht mag eine nette Geste sein. Aber wir müssen etwas unternehmen, um tagsüber den Lärm zu reduzieren“, eröffnete Marlies Wesseler (Die Grünen) eine Reihe von Wortmeldungen, obwohl das Thema nicht weiter diskutiert werden sollte. Die Grünen wünschen sich eine Grüne Welle vor allem auf der Weseler Straße. Dazu müssten die neun Ampeln bis zum Recklinghäuser Damm neu programmiert werden. Das kostet etwa 77 000 Euro. „Klar verursacht diese Maßnahme Kosten, aber wir schlagen vor, dass die Verwaltung sich nach Fördertöpfen umschaut“, sagte Marlies Wesseler.

Im Lärmaktionsplan, den alle Fraktionen Ende 2016 einstimmig verabschiedet hatten, werden die Grüne Welle und die Aufbringung von Flüsterasphalt als wirksame Mittel gegen den Verkehrslärm definiert.  „Ich ermutige die Verwaltung, Straßen.NRW als verantwortlichen Träger der Straßen beharrlich gegenüber zu treten, damit unsere Anliegen berücksichtigt werden“, meldete sich Arno Huesmann (SPD).

Auf der Bundesstraße in Seppenrade werde gerade Flüsterasphalt aufgetragen, der Landesbetrieb solle mal erklären, warum das in Haltern nicht möglich sei. Andy Zimmermann (FDP) wohnt an der Weseler Straße. Er wünscht sich eine Lärmreduzierung, aber den Ansatz der Stadtverwaltung findet er falsch: „Nachts bin ich noch nicht einmal wach geworden, aber tagsüber ist an Ruhe nicht ansatzweise zu denken.“

Aus der Verabschiedung des Lärmaktionsplanes hatte die Verwaltung abgeleitet, allein – ohne Zustimmung der Politik – aktiv werden zu können. Die Politiker allerdings fühlten sich bei einer so weitreichenden Entscheidung über nächtliche Tempo-30-Zonen auf Bundes- und Landesstraßen (Weseler Straße, Schüttenwall, Münsterstraße) übergangen. Im Juni wird  das Thema neu aufgerollt, kündigte Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Kaiser an.

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