Tiefes Brummen in Halterner Wohnung: Immissionsbehörde des Kreises ist ratlos

rnMessung abgelehnt

Die Halternerin, die seit vielen Wochen unter einem Brummton leidet, hat erneut den Kreis Recklinghausen um Hilfe gebeten. „Keine leichte Aufgabe“, hieß es nach einem Ortstermin in Haltern.

Haltern

, 06.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Anfang Januar leidet eine Halternerin, die in einer Erdgeschosswohnung an der Josef-Paris-Straße wohnt, unter tieffrequentem Schall. Das heißt, sie hört in unregelmäßigen Abständen ein unangenehmes Brummen. Teilweise nächtelang oder manchmal auch tagsüber. Wenn es brummt und dazu vibriert, ist an Schlaf nicht zu denken. Manchmal ist die Situation so unerträglich, dass die Halternerin außer Haus schläft.

„Eine Ursache konnte bisher nicht lokalisiert werden“, bedauert die Halternerin, bei der sich nach mehrmaliger Berichterstattung in der Halterner Zeitung viele Leidensgefährten meldeten. Sämtliche Hausinstallationen und Geräte wurden bereits von Fachfirmen überprüft, die anliegenden Nachbarn befragt - ohne Erfolg. Jetzt kontaktierte die junge Frau erneut die Untere Immissionsschutzbehörde des Kreises Recklinghausen.

Der Kreis schickte eine verwunderliche Nachricht

Die Halternerin bat um Prüfung und Durchführung einer Messung. Anfang der Woche bekam sie eine wunderliche Mail: Bei unterschiedlichen Ortsterminen hätten Mitarbeiter der Unteren Immissionsschutzbehörde das beschriebene Brummen nicht feststellen können. „In der Umgebung Ihrer Wohnung konnten zudem weder Maschinen noch Betriebe ausgemacht werden, die ein solches Geräusch verursachen könnten. Auch Recherchen in der Nachbarschaft ergaben leider keine Hinweise“, hieß es seitens der Behörde. Vor diesem Hintergrund müsse leider mitgeteilt werden, dass eine Messung zum jetzigen Zeitpunkt nicht erfolgversprechend sei.

Die Halternerin rieb sich verwundert die Augen: Wann und zu welchen Zeiten waren Mitarbeiter vor Ort? Und warum hat man sie als Betroffene über diese Termine nicht informiert? Welche Art von Recherchen wurden in ihrer Nachbarschaft durchgeführt? Die Halterner Zeitung fragte nach und von einem auf den anderen Tag - genauer gesagt, am Mittwoch um 21.30 Uhr - standen Behörden-Mitarbeiter vor der Tür der Halternerin.

Das Brummen ist eine Herausforderung

Eine unübliche Zeit für einen Besuch. Aber nachts, so betont die Halternerin, sei das Brummen am besten wahrzunehmen, da dann die Alltags- und Umgebungsgeräusche fast wegfallen. „Zwei nette Damen vom Kreis waren für eine Stunde bei mir“, gab die Halternerin eine Rückmeldung. Das Brummen und Vibrieren war zu dieser Zeit leider nicht zu bemerken. Eine Nacht später war dann aber wieder nicht an Schlaf zu denken: Das Brummen ging gegen Mitternacht los und dauerte bis 3 Uhr morgens.

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„Die Problematik ist tatsächlich eine Herausforderung für uns“, kommentierte Kreissprecher Jochem Manz die Lage. Vom Kreis sei geprüft worden, ob im Umfeld Anlagen, Maschinen oder Windräder für dieses Brummen sorgen. Aber Hinweise darauf habe die Untere Immissionsbehörde nicht gefunden. „Mit großer Verzögerung“ habe sich die Behörde dann vor Ort umgesehen - und nichts gehört. „Wir haben keinen Zweifel an den Angaben der Halternerin, aber wir können ihr keine schnelle Lösung bieten“, bedauerte Jochem Manz gegenüber der Halterner Zeitung. „Wir haben einfach noch nicht den Schlüssel für das Problem gefunden.“

„Ein angenehmes Gespräch ohne wirkliche Lösung“

Die Mitarbeiterinnen der Behörde schrieben am Mittwochabend noch einmal alles auf, tauschten sich mit der Halternerin aus und gingen wieder. Sie solle doch bitte ein Tagebuch führen, riet man ihr. „Das Lärmprotokoll führe ich auf Empfehlung eines Ingenieur-Büros aus Coesfeld bereits seit Januar. Das wissen die Damen auch“, ärgert sich die Halternerin ein wenig. Noch mehr ärgert sie sich, dass eine Messung, die sie sich dringend wünscht, vom Kreis noch abgelehnt wird. Fazit der Geplagten: „Ein angenehmes Gespräch ohne wirkliche Hilfe und Lösung.“

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