Tipps für richtiges Lernen gab Pädagogin und Lerncoach Ursula Schürmann in Flaesheim

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„Vokabeln kann man auch rappen“, sagt Ursula Schürmann. Die Pädagogin erklärte in der Dachsbergschule, wie man es schafft, dass Lernen Kinder glücklich macht. Wir geben die Tipps weiter.

Haltern

, 28.02.2019, 17:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Kinder wollen lernen“, sagt Ursula Schürmann von der Akademie für Lernpädagogik. In der Dachsbergschule referierte sie vor über 100 Eltern und Lehrern über das Thema „Lernen macht glücklich“. Wie das gehen kann, dazu hatte sie eine Reihe konkreter Tipps auf Lager.

Den Vortrag hatte Melanie Terstappen, die Schulpflegschaftsvorsitzende der neuen Verbundschule Flaesheim/Hullern organisiert, die jetzt 269 Schüler besuchen. „Ich habe uns da einfach angemeldet, nachdem ich erfahren hatte, dass ein bestimmtes Kontingent an Vorträgen von der Akademie kostenlos vergeben wird“, sagt sie.

Lerntechniken, Konzentration, Motivation und Selbstorganisation

Ursula Schürmann ist Pädagogin und Lerncoach. Bei ihren Vorschlägen greift sie auch auf Erfahrungen aus ihren Coachings von Eltern und Schülern zurück. „Von der Vorstellung: ‚Je mehr mein Kind lernt, desto bessere Schulnoten erreicht es‘, müssen wir uns allerdings verabschieden“, sagte sie in Flaesheim. Lerntechniken, Konzentration, Motivation und Selbstorganisation waren die vier Schwerpunkte ihres Vortrags. Daraus einige Tipps und Analysen:

  • Lernen muss eine Struktur haben. Spickzettel können helfen, systematisch zu lernen. Farbige Markierungen, und das Wiederholen von Lerninhalten sind wichtig. „Wer lernt, ohne zu wiederholen, braucht eigentlich gar nicht zu lernen“.
  • Ein Karteikastensystem schafft weitere Ordnung. Das kann digital oder auch konventionell sein. „Bei Grundschulkindern sind Karteikarten auf Pappe zu bevorzugen.“
  • Emotionale Verknüpfungen helfen zu lernen.
  • Das Gehirn braucht Pausen. Ein Kind kann sich nicht 45 Minuten am Stück konzentrieren. Auch bei Klassenarbeiten hilft es, kurz mal durchzuatmen, einen Blick aus dem Fenster zu werfen.
  • Es gibt innere und äußere Ablenkungen, die der Konzentration schaden. Aufgaben sollten nacheinander und nicht parallel angegangen werden, die Mutter nicht alle paar Minuten ins Zimmer platzen.
  • Das Handy muss während des Lernens und der Hausaufgaben weg. Auf dem Schreibtisch sollte Ordnung herrschen, Chaos lenkt ab.
  • Kinder lernen unterschiedlich. Einige bevorzugen Ruhe, andere können nicht so lange still sitzen. Vokabeln wiederholen kann man auch beim Treppensteigen. Wer mag, kann sie auch rappen.
  • Eine „Flasche Gelassenheit“ hilft Eltern beim Motivieren ihrer Kinder. Druck ist das falsche Mittel. Strafen (Handyverbot etc.) werden auf das Fach projiziert, das sie verursacht hat. Nur ein entspanntes Gehirn lernt.
  • Finanzielle Belohnungen sind eher kontraproduktiv. Das Kind lernt dann nur noch wegen der Belohnung, nicht um sich Wissen anzueignen. Belohnungen sollten unerwartet sein, können schon bei Lernanstrengungen erfolgen und das Wertvollste, was Eltern schenken können, ist Zeit: „Machen Sie was Schönes mit ihrem Kind!“
  • Entscheidend ist eine positive Sprache. „Sagen Sie Ihren Kindern, was sie tun sollen und nicht, was sie nicht tun sollen. Nicht: ‚Du hast ja nur zwei von zehn Aufgaben falsch‘, sondern: ‚Toll du hast ja acht von zehn Aufgaben richtig gelöst“.
  • Die gemeinsamen Mahlzeiten sollten schulthemenfrei sein.
  • Ein Grundsatztipp zum Schluss: „Glauben Sie an das Potenzial ihres Kindes!“
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