Trendy und klimafreundlich: Das Lastenfahrrad hat erste Freunde in Haltern

rnLastenfahrrad

In Brüssel wird um die Klimapolitik in der EU gerungen. In Haltern leben Bürger bereits vor, wie man seinen Alltag umweltfreundlich gestalten kann. Das Lastenfahrrad spielt dabei eine Rolle.

Haltern

, 05.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fußballprofi Benedikt Höwedes aus Haltern nutzt es. Der ADAC würdigt es als „umweltfreundliche Alternative zum Auto“. Gemeint ist das Lastenfahrrad, das immer mehr Anhänger findet, weil es hip und trendy, aber auch praktisch ist.

Schon geraume Zeit ist Kitaleiterin Steffi Kopper eine Anhängerin des Radfahrens. Seitdem sie über ein Lastenrad verfügt, erledigt sie damit nicht nur ihre privaten Einkäufe.

Auch Besorgungen für die Kita St. Marien, darunter Nachtisch, Milch oder Zucker und Mehl für Backaktionen, gelangen per Fahrradkiste zu ihrem Bestimmungsort. Die Kirchengemeinde darf das freuen, denn so wird nicht nur C02 eingespart, sondern auch das Kilometergeld, das Steffi Kopper für die Dienstwege erhalten würde.

Der Förderverein schaffte das Lastenrad an

Weil die Erzieherin so begeistert von dem umweltbewussten Transportmittel ist, schlug sie dem neuen Förderverein ihrer Einrichtung die Anschaffung eines Lastenrades vor und stieß auf positive Resonanz. „Der frische Förderverein hat für uns gespart“, freut sie sich. Seit einigen Monaten steht der Kita ein eigenes Spezialrad zur Verfügung, mit dem neben Materialien auch sechs Kinder befördert werden können.

So sorgt die Neuanschaffung nicht nur in Sachen Umweltbilanz für Nachhaltigkeit, denn die Kinder machen Erfahrungen, die für das Leben prägen. Wenn beispielsweise beide Räder zum Einsatz kommen, können alle Kinder der Zwergengruppe (bis 3 Jahre alt) auf Reisen gehen. Diese Möglichkeit wird häufig genutzt.

Ausflüge mit dem Lastenrad sind beliebt

So machen die Erzieherinnen mit den Kleinen Ausflüge zum Einkaufen in die Stadt oder in den nahen Sundern. „Die Kinder lieben es“, sagt Steffi Kopper. Im Wald komme die Gruppe nicht weit, aber das sei auch nicht entscheidend. Es gebe so viele Abenteuer zu bestehen.

Auch ein Teil der Abfallentsorgung wird im Kindergarten St. Marien mithilfe des Lastenrades erledigt.

Auch ein Teil der Abfallentsorgung wird im Kindergarten St. Marien mithilfe des Lastenrades erledigt. © Steffi Kopper

Die Kinder sehen bei ihren Radtouren, wie sich Erwachsene auf umweltbewusste Weise von A nach B bewegen und könnten ihre Umwelt viel mehr mit allen Sinnen erfahren. Außerdem lernen sie die einfachen Verkehrsregeln kennen und geben beim Abbiegen manchmal sogar das Handzeichen.

Bei langen Strecken transportiert Claudia Heinze auf ihrem Lastenrad auch Hund Balu.

Bei langen Strecken transportiert Claudia Heinze auf ihrem Lastenrad auch Hund Balu. © privat

Für Claudia Heinze von der Halterner Talentwerkstatt „Ich&Du“ sind das zwei wichtige Aspekte. „Das Lastenrad ist eine super Sache, um Kindern zu zeigen, dass ich meine Ziele auch ohne Auto erreichen kann“, erklärt sie. Die Kinesiologin weist außerdem darauf hin, dass Erwachsene hier ein Vorbild sein können.

Für diese könnten folgende Aspekte relevant sein:

  • Man benötigt keine Fahrerlaubnis, um ein Lastenrad zu fahren.
  • Sport mit inbegriffen: Wer auf einem Lastenrad fährt, hält sich automatisch fit.
  • Laut Umweltbundesamt werden durch Rad- und Fußverkehr 147 g Treibhausgas-Emissionen pro Personenkilometer im Pkw eingespart.
  • Für ein Lastenrad zahlt man keine Steuern, Anschaffung, Wartung und Instandhaltung sind deutlich günstiger als die eines Autos.

  • In der Stadt ist man unter Umständen schneller als mit dem Auto unterwegs: Nervige Wartezeiten wie Staus oder die Parkplatzsuche entfallen. Außerdem kommt man mit einem Lastenrad meistens näher ans Ziel als mit dem Auto.

    Davon wissen die Zwerge im Marienkindergarten noch nichts. Sie haben dafür auch gar keine Zeit. Der nächste Ausflug mit dem Lastenrad ist angekündigt und den darf man auf keinen Fall verpassen.
Lesen Sie jetzt