Trost für Hinterbliebene

Haltern Mit Johannes Brahms' "Ein deutsches Requiem" erklang in der Marienkirche zum krönenden Abschluss einer KuKuK-Saison keine Trauermusik im herkömmlichen Sinn.

04.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Es stellt nicht den Seelenfrieden und die ewige Ruhe der Toten in den Mittelpunkt, sondern den Trost derer, "die da Leid tragen"; eine Musik also, die den Hinterbliebenen neuen Mut und Kraft für ihr künftige Leben geben soll.

Gelungenes Konzert

Gefühle zu wecken, ist mit dem Werk nicht immer einfach. Bernhard Schüth am Pult des Essener Kammerchores aber fand zur Brahms-Partitur einen sehr intensiven, emotionalen Zugang. Chor und Solisten, Sabine Schneider (Sopran), Gregor Finke (Bariton), Thomas Günther und Thomas Schäfer (Klavier) sowie Martin Klusmann (Pauke) erwiesen sich als ein homogener, sehr differenziert und nuancierender Klangkörper. Trotz seines leichten und strahlenden Klanges selbst in den großen "Ausbrüchen" (z.B. "Denn es wird die Posaune schallen" und "Tod, wo ist dein Stachel?") blieb er nichts schuldig, ohne jemals zu forcieren. Auch die Fugen waren klar strukturiert, transparent und kraftvoll gestaltet.

Ebenfalls eindrucksvoll gestaltet wurde die Bariton-Partie von Gregor Finke. Die Spanne vom menschlich grübelnden "Herr, lehre doch mich, dass ein Ende mit mir haben muss, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muss." (3. Satz) bis zum prophetisch verheißungsvollen "Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: ... " (6. Satz) füllte er mit großer Intensität und Ausdruckskraft.

Wie er gehört auch Sabine Schneider nicht zu den "schweren" Stimmen. Ihr lichter und sanft dahinschwebender Sopran traf - gerade im Zusammenklang mit dem Chor, der sich an den richtigen Stellen zurückzunehmen verstand und dennoch stets präsent war - ganz ausgezeichnet den beruhigenden und zuversichtlichen Charakter des Stückes ("Ich habe eine kleine Zeit Mühe und Arbeit gehabt und habe großen Trost gefunden."). Die musikalische Umsetzung wirkte in keinem der sieben Sätze überfrachtet.

Die Zuhörer waren begeistert und spendeten am Ende stehend minutenlangen Beifall . Elke Rüdiger

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