Zum 1. September hat die Polizei im Vest Recklinghausen neue Ordnungshüter eingestellt, die gesamte Zahl der Beamten ist jedoch weiter gesunken. Angestellte sollen Abhilfe schaffen.

Haltern

, 08.09.2018, 18:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Polizei im Vest stellt 77 neue Polizisten ein, insgesamt gibt es bis zum 30. August 2019 jedoch ein „kleines Minus“, wie Michael Franz, Pressesprecher der Polizei im Kreis Recklinghausen einräumt.

Die meisten der 77 neuen Beamten haben ihre Ausbildung an der Fachhochschule abgeschlossen, andere wechseln den Bezirk. Es sind in erster Linie „junge Kollegen und Kolleginnen, die im Straßendienst eingesetzt werden“, sagt Franz. Das hätte zwar „immer Auswirkungen auf die Wachbereiche“. Welche Folgen es aber konkret habe, „können wir aber nicht sagen“, so Franz.

Die Einstellungen geschehen im Rahmen des jährlichen Nachersatzverfahrens. So sollen Stellen der Kollegen, die in Pension gegangen sind oder die aus persönlichen Gründen den Ort gewechselt haben, wieder besetzt werden. Wie viele Polizisten sich aus dem Vest genau verabschiedet haben, konnte die Polizei nicht mitteilen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat jedoch Mitte August errechnet, dass auf Landesebene das Minus der Polizisten in 2018 bei 155 liegt. Als Nachersatz gibt es für die 47 Präsidien im Land 1354 Absolventen von der Fachhochschule – bei 1509 Pensionierungen.

16 Angestellte im Jahr 2018 zur Entlastung

Das Minus an Polizisten soll unter anderem auch durch Angestellte, zur Verfügung gestellt vom Land, ausgeglichen werden. Diese Angestellten könnten die Polizisten bei ihrer Arbeit entlasten, so Franz. Im vergangenen Jahr wurden 12 Regierungsbeschäftigte im Vest eingestellt. Für das laufende Jahr 2018 sind 16 Angestellte vorgesehen.

Eine andere Möglichkeit wäre die Aufweichung des Personalberechnungsschlüssels „Belastungsbezogene Kräfteverteilung“ (BKV). Diese bestimmt, dass weniger Kräfte zur Verfügung stehen, wenn Fallzahlen sinken und die Aufklärungsquote steigt. „Da muss man dann die politische Entscheidung treffen, dass die BKV eine Zeit lang nicht mehr die bisherige herausragende Rolle spielt – sondern die tatsächliche Arbeitsbelastung und die Struktur vor Ort“, fordern GdP-Kreisgruppenvorsitzender Norbert Sperling und sein Stellvertreter Herwart Güttner.

Josef Hovenjürgen spricht von 300 Ausbildungsstellen mehr

Im Wahlkampf hatte Josef Hovenjürgen, Generalsekretär der CDU in Nordrhein-Westfalen, unter anderem gefordert, dass das Polizei-Personal weiter aufgestockt wird.

Auf Anfrage erklärte er nun, dass die schwarz-gelbe Landesregierung die Zahl der Ausbildungsstellen um 300 erhöht habe. Somit seien nun 2300 Stellen verfügbar. „Um sicherzustellen, dass auch tatsächlich alle Plätze belegt werden, wurde ein Nachrückverfahren eingeführt, wodurch freigewordene Plätze nachbesetzt werden“, so Hovenjürgen, der sich zufrieden zeigt, „dass schon jetzt mehr Polizistinnen und Polizisten in Ausbildung sind und somit voraussichtlich höhere Abschlussquoten erzielt werden.“ Allerdings sei nicht zu vergessen, dass die jetzt in die Ausbildung startenden Polizisten, erst in drei Jahren voll einsetzbar seien würden. „Dann erhoffen wir uns auch Spielräume, die für deutlich mehr Polizei auf der Straße und eben auch besetzte Wachen genutzt werden können“, so Hovenjürgen.

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