Trotz Holocaust - ein Hoch auf das Leben

07.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Trotz Holocaust - ein Hoch auf das Leben

<p>Alexander Lebenstein und Erika Nockemann im Holocaust Museum Virginia: Die Nürnberger Prozesse werden hier lebensnah mit Hilfe von Wachsfiguren nachgestellt. privat</p>

Haltern/Richmond Sektempfang im Angesicht des Holocaust - was bizarr klingt, erlebten Erika und Georg Nockemann am letzten Wochenende im amerikanischen Richmond.

Sie waren der Einladung von Alexander Lebenstein zur Feier seines 80. Geburtstags gefolgt. Im Gepäck hatten sie die Glückwünsche ganz vieler Halterner und natürlich der Realschule, die eine ganz besondere Beziehung zu Lebenstein hat (wir berichteten).

Rund 350 geladene Gäste feierten mit dem lebensfrohen Jubilar, der sich für seine Feier einen ganz speziellen Ort ausgesucht hatte: Das Holocaust Museum Virginia, mit dem er durch seine aufklärende Arbeit über die Verfolgung der Juden während des Dritten Reichs eng verbunden ist.

Nach dem Sektempfang im Eingangsbereich des Museums ging es hinauf in den dritten Stock. Dort befindet sich der originalgetreue Nachbau einer litauischen Synagoge. Am 3. November, dem Geburtstag, diente sie als Festsaal. "Die Amerikaner", so Georg Nockemann, "gehen mit so etwas viel lockerer um. Ein Museum ist nicht nur Museum, sondern auch Raum zum Feiern." Amerikanisch opulent auch die Feier, begleitet von koscheren Speisen und vielen Reden. Wie beliebt und bekannt Alexander Lebenstein in seiner neuen Heimat ist, zeigte die Zahl der Glückwünsche, die telefonisch und per Post bei ihm eingingen.

Besonders gerührt zeigte sich Lebenstein aber von den Glückwünschen, die ihm am Morgen im Gottesdienst überbracht wurden und der Fotografie der Halterner Realschüler, die als Gruß eine 80 aus ihren Körpern geformt hatten.

Für das Ehepaar Nocke mann, das überaus herzlich empfangen wurde, war der Geburtstag ein eindrucksvolles Erlebnis: "Unglaublich auch, welche Energie Alexander Lebenstein mit 80 Jahren noch hat." hei

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