Trotz Neubau fehlen in Haltern Kita-Plätze

Kinderbetreuung

Die Stadt Haltern muss noch einen weiteren Kindergarten bauen. Dies wurde am Dienstag im Ausschuss Generationen und Soziales mehr als deutlich. Es sei zu erwarten, dass im Sommer trotz des schon im Bau befindlichen Kindergartens 100 Plätze fehlen.

HALTERN

, 08.02.2017, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trotz Neubau fehlen in Haltern Kita-Plätze

Hinter der ehemaligen Martin-Luther-Schule entsteht derzeit ein neuer Kindergarten. Für einen weiteren mit 100 Plätzen sucht die Stadt gerade einen geeigneten Standort.

Immer früher wünschen sich Eltern einen Betreuungsplatz für ihr Kind. In Verbindung mit ihrer Anziehungskraft für Familien steht die Stadt vor einer großen Aufgabe. Die Kindergarten-Plätze reichen nicht mehr. "Es ist zu erwarten, dass im Sommer trotz der neuen Einrichtung in Haltern und trotz der Übergangslösung in Hullern 100 Plätze fehlen", bedauert Jugendamtsleiter Gisbert Drees.

Der Stadt ist längst bewusst, dass sie einen weiteren Kindergarten bauen muss. Im Ausschuss Generationen und Soziales schlug Karl-Heinz Berse (Die Grünen) am Dienstagabend als Standort den Bolzplatz an der Eichendorff-Schule vor. Er lockte damit Bürgermeister Bodo Klimpel aus der Reserve: "Diesen Standort überprüfen wir bereits intensiv."

Kein Grunderwerb

Fest stehe aber auch, dass die Stadt keine Einrichtung für mehr als 100 Kinder bauen werde. "Für diese Größe reicht das Grundstück nicht aus. Einen zusätzlichen Grunderwerb können wir uns nicht leisten." Überlegt wird vielmehr, einen Vier-Gruppen-Kindergarten mit 75 Plätzen zu bauen. Jugendamtsleiter Gisbert Drees betonte: "Eine solche Kita ist notwendig, um der stetig wachsenden Nachfrage ein adäquates Angebot entgegensetzen zu können. Ob wir allerdings den Bedarf dann zukünftig zu 100 Prozent erfüllen können, lasse ich dahingestellt."

Anne Feldmann (SPD) machte der Stadt Vorwürfe: "100 Kinder ohne Platz, diese Zahl ist übergroß. Sie ist die Quintessenz aus der zurückhaltenden, defensiven städtischen Planung in der Vergangenheit." Neben den 1215 zur Verfügung stehenden Kita-Plätzen in Haltern sei inzwischen die teure Tagespflege mit derzeit 120 Plätzen leider schon zu einer festen Größe geworden.

"Wir müssen eine Einrichtung für mehr als 100 Kinder bauen und außerdem sollten wir eine Trägervielfalt berücksichtigen", forderte Anne Feldmann im Namen ihrer Partei. Bürgermeister Bodo Klimpel reagierte verärgert auf die Angriffe gegen die Verwaltung: "Wir haben nie die Kindertagesbetreuung vernachlässigt, sondern unternehmen seit jeher alle Anstrengungen, um den Bedürfnissen der Eltern gerecht zu werden. Es ist unfair, jetzt mit den Vorwürfen einen Keil zwischen den Möglichkeiten der Stadt und der Not der Eltern zu treiben."

Einstimmiger Auftrag

Die Verwaltung wurde letztlich einstimmig damit beauftragt, die erforderlichen Grundsatzbeschlüsse für die Schaffung weiterer Betreuungsplätze vorzubereiten. Gisbert Drees sagte dazu aus städtischer Sicht: "Das ist eine wichtige Aufgabe der Zukunft."

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