Überprüfungs-Vorschlag stößt auf Ablehnung

Fahrtests für Senioren

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat sich dafür ausgesprochen, regelmäßige Fahrtests für Autofahrer über 75 Jahren einzuführen. Fahrlehrer und Vertreter des Seniorenbeirats in Haltern halten das aber für problematisch.

HALTERN

, 28.01.2016, 16:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Überprüfungs-Vorschlag stößt auf Ablehnung

ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine 84-jährige Frau sitzt am 30.04.2013 in Weingarten (Landkreis Ravensburg) am Steuer ihres Kleinwagens. Ältere Autofahrer sind im Straßenverkehr oft überfordert, sagen Unfallforscher. Viele seien jedoch nicht einsichtig. Deshalb seien verbindliche Testfahrten angebracht. Beim Verkehrsgerichtstag in Goslar (Niedersachsen) geht es am 28. und 29.01.2016 um verkehrspolitische Themen. Foto: Felix Kästle/dpa (zu lni vom 24.01.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

"Eine solche Überprüfung macht zwar grundsätzlich Sinn, ich halte die Umsetzung aber für schwierig", sagt Jürgen Brüggemann, Fahrlehrer aus Haltern. "In Deutschland gilt die Eigenverantwortung des Autofahrers, der angehalten ist, seine Fahrtauglichkeit selbst zu beurteilen."

Gelegentlich führe er solche Testfahrten durch, vor allem mit Autofahren, die ein gesundheitliches Handycap erlitten haben, etwa einen Schlaganfall. "Dann empfiehlt ihnen gegebenenfalls der Arzt, mit einem Fahrlehrer eine Testfahrt zu machen. Wenn dabei Einschränkungen festzustellen sind, kann ich natürlich Empfehlungen aussprechen", so Brüggemann. "Aber ich mache ja keine Prüfungsfahrt. Eine Beurteilung kann ich nicht abgeben, das müsste gegebenenfalls in Händen eines Sachverständigen beziehungsweise Fahrprüfers liegen."

Seniorenbeirat: Keine neuen Regelungen nötig

Der Halterner Seniorenbeirat lehnt solche Überprüfungen rundweg ab. "Es gibt in der Straßenverkehrsordnung eindeutige Regelungen", sagt Otto K. Rohde, zweiter Vorsitzender des Beirates. "Diese Entscheidung liegt grundsätzlich in der Eigenverantwortung des

Fahrers. Das sollte auch so bleiben."

In Nachbarstädten gebe es Überlegungen, älteren Fahrern, die freiwillig den Führerschein abgeben, für einen bestimmten Zeitraum einen kostenlosen Fahrschein für öffentliche Verkehrsmittel anzubieten, so Rohde. "Damit würde natürlich ein zusätzlicher Anreiz geschaffen."

Keine hohen Unfallzahlen im Kreis

"Darüber hinaus meldet die Polizei auffälliges Fahrverhalten an die Straßenverkehrsbehörden", sagt Rohde, der selbst Polizeibeamter war. "Es gibt also zwei gängige Regelungen, wir brauchen keine neuen." Im Kreis Recklinghausen weise die Gruppe der älteren Autofahrer keine grundsätzlich hohen Unfallzahlen auf, sagt Michael Franz, Sprecher der Kreispolizeibehörde. Erfasst werden dort die älteren Autofahrer in der Altersgruppe ab 65. Für sie gebe es keine auffälligen Unfallhäufigkeiten, so Franz.

 

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