Umgestaltungs-Entwurf der Stadtmühlenbucht wird ausgelegt

2Stromland

Im Rahmen des Regionale-Projekts 2Stromland beabsichtigt die Stadt am Nordufer des Stausees mit dem Bau der „Grünen Insel“, des „Mühlenweihers“ und der „Wasserterrassen“ ihre Eigenschaften als Naherholungs- und Tourismusstandort auszubauen. Bald sollen die Arbeiten starten. Wir beantworten Fragen zur Umgestaltung.

HALTERN

, 11.08.2015, 05:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Umgestaltungs-Entwurf der Stadtmühlenbucht wird ausgelegt

Dieser Entwurf zeigt, wie es nach der geplanten Umgestaltung im nördlichen Bereich der Satdtmühlenbucht aussehen wird.

Zuvor soll der Bebauungsplan (Nr. 132 „Stadtmühlenbucht Halterner Stausee“) die zur Genehmigung erforderlichen Verfahrensschritte durchlaufen haben. Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes wird die städtebauliche und planungsrechtliche Eingliederung des Vorhabens in das Umfeld gesichert.

Wir beantworten einige wichtige Fragen zu der geplanten Umgestaltung.

Welche Absicht wird mit dem Projekt verfolgt?

Planerische Absicht ist es, mit der „Insel der Wasserkultur“ und der „Grünen Insel“ verborgene Potenziale der Stadtmühlenbucht zu wecken, den Einstieg ins 2Stromland aufzunehmen und somit den Freizeit- und Naherholungswert für den Nutzer zu stärken.

Wie ist der aktuelle Stand des Bauleitplanverfahrens?

„Der Planentwurf wird in Kürze öffentlich ausgelegt“, sagt Wolfgang Kiski, der Technische Beigeordnete der Stadt. Nach bereits durchgeführter frühzeitiger Bürgerbeteiligung sei dies der letzte Verfahrensschritt vor Beschlussfassung. Kiski: „Die wasserrechtliche Genehmigung wird ebenfalls kurzfristig erwartet.“ In einer Sitzung des Stadtentwicklungs- und Umweltausschusses Ende Juni sprach sich eine politische Mehrheit für die geplante Neugestaltung aus. Die SPD hatte dagegen gestimmt.

Welche Flächen sind in dem Bebauungsplan beinhaltet?

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes umfasst die Insel zwischen Haupt- und Nebenstrom des Mühlenbachs, die Parkplatzflächen nördlich der Strandallee in Höhe der Gaststätte „Stadtmühle“ sowie Verkehrsflächen zwischen den beiden Wehrbrücken im südlichen Bereich der Strandallee. Die Flächen der Gaststätte „Zur Kajüte“ und des abgebrannten Bootshauses werden zu einem späteren Zeitpunkt Rechtskraft erhalten.

Inwiefern wird bei der Umsetzung des Vorhabens in die Umwelt und Natur eingegriffen?

Durch die geplante Maßnahme kommt es zu einer Beseitigung zahlreicher Bäume, darunter auch der Relikten einer alten Rosskastanienallee, die noch im östlichen Teil der bestehenden Insel wachsen. Während der Bauphase kann es zudem lokal zu Luftschadstoff- und Schallemissionen durch den Betrieb von Maschinen und Baufahrzeugen kommen. Es wird darauf geachtet, dass im Rahmen der Ausbaggerung des Mühlenteichs keine wassergefährdenden Stoffe mobilisiert oder diese, sofern vorhanden, fachgemäß entsorgt werden.

Wie wird der Artenschutz gewährleistet?

Nach den Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes sind bei allen genehmigungspflichtigen Planungs- und Zulassungsverfahren die Belange des Artenschutzes zu berücksichtigen. Daher wurde das Planungsbüro Landschaft + Siedlung GbR aus Recklinghausen mit der Erarbeitung eines artenschutzrechtlichen Fachbeitrages (Stufe II) sowohl zum Bebauungsplan als auch zum wasserrechtlichen Verfahren beauftragt.

Zu welchem Ergebnis ist man dabei gekommen?

Für die Mehrzahl der nachgewiesenen Arten können Beeinträchtigungen und das Eintreten artenschutzrechtlicher Verbotstatbestände ausgeschlossen werden. In Bezug auf die Arten Rauchschwalbe, Großer Abendsegler, Braunes/Graues Langohr und Wasserfledermaus sind spezifische Maßnahmen zur Vermeidung von Beeinträchtigungen erforderlich. Diese umfassen weitergehende zeitliche und räumliche Vorgaben zur Bauabwicklung, ergänzende Höhlenuntersuchungen und Maßnahmen zum Erhalt des Quartierpotenzials für Fledermäuse im Gebiet.

Ist sichergestellt, dass die ökologischen Funktionen der Fortpflanzungs- und Ruhestätten für die geprüften Arten erhalten bleiben?

Der artenschutzrechtliche Fachbeitrag kommt zu dem Ergebnis, dass das Maßnahmenkonzept geeignet ist, das gesetzliche Tötungsverbot in Bezug auf alle Arten einzuhalten. Erhebliche Störungen seien für keine Art zu erwarten. Grundsätzlich sei gewährleistet, dass die ökologischen Funktionen der Fortpflanzungs- und Ruhestätten für alle geprüften Arten erhalten bleiben.

Wie wird die Neugestaltung der Stadtmühlenbucht finanziert?

Das Gesamtpaket Stadtmühlenbucht soll inklusive der bereits stattgefundenen Parkplatzverlegung und der geplanten Sanierung der Strandallee rund 3,5 Millionen Euro kosten; das Wassermodell, die Wasserterrassen, Mühlenteich, Grüne Insel und Steganlage allein 1,8 Millionen Euro. Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr erfolgen. Der Ausbau der Strandallee und seiner Nebenanlagen verursacht dann abschließend 1,1 Millionen Euro Baukosten. „Hier ist der Baubeginn für April 2016 geplant“, so Kiski. Insgesamt ergibt sich eine Summe von ca. 3,5 Millionen Euro (bei der zu erwartenden durchgängigen 90-prozentigen Förderung demnach etwa 350 000 Euro für die Stadt). Die Sanierung der Strandallee hätte ohne die regionale Förderkulisse über eine Million Euro gekostet.

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