Umwelt-Aktivisten besetzen Datteln 4: Polizei kontrolliert Personen auch in Haltern

Kohlekraftwerk

In dieser Woche haben Aktivisten erneut das Gelände des Kohlekraftwerks Datteln 4 gestürmt. Das hat auch Auswirkungen auf Haltern.

Haltern

, 27.02.2020, 15:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seit den Protesten von Aktivisten auf dem Gelände von Datteln 4 kontrolliert die Polizei auch den Bereich um die Schleuse in Flaesheim.

Seit den Protesten von Aktivisten auf dem Gelände von Datteln 4 kontrolliert die Polizei auch den Bereich um die Schleuse in Flaesheim. © Archivfoto Kevin Kindel

Am Dienstag haben Umwelt-Aktivisten erneut das Kohlekraftwerk Datteln 4 besetzt. Die Polizei konnte insgesamt elf Personen vorläufig in Gewahrsam nehmen, die sich Zugang zu dem Gelände verschafft hatten.

Die wiederkehrenden Aktionen auf dem Datteln-4-Gelände haben auch Auswirkungen auf das Umland. Laut Andreas Wiling-Weber, Leiter der Pressestelle der Polizei Recklinghausen, müsse auch in Haltern mit Personenkontrollen gerechnet werden. Denn der Kanal und der Schleusenbereich in Flaesheim sei einer der bestimmten Punkte, die die Polizei nun verstärkt kontrolliert.

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„Man muss damit rechnen, dass Kollegen dort unterwegs sind“

Mitte Februar hatte die Polizei erklärt, dass in den sozialen Netzwerken im Zusammenhang mit Datteln 4 auch das Stichwort „Floßbau“ gefallen sei. Deshalb ist die Schleuse in Flaesheim für die Polizei ein mögliches „Szenario, das künftig eine Rolle spielen könnte“, so Wilming-Weber. Dementsprechend sei die Polizei dort auch täglich im Einsatz. „Man muss damit rechnen, dass Kollegen dort unterwegs sind.“ Um den Bereich zu kontrollieren, stehe man in engem Kontakt mit Wasserschutzpolizei und Behörden.

Die Aktivisten hatten sich am Dienstag auf dem Datteln 4 Gelände zum Teil in 30 bis 40 Metern Höhe an Maschinen festgekettet. Die Polizei musste die Personen dort herunterholen. Die Polizei hat Strafverfahren gegen die Aktivisten eingeleitet. Mittlerweile sind die elf Personen wieder auf freiem Fuß. Das Amtsgericht Recklinghausen lehnte einen Antrag ab, die Personen länger festzuhalten. Wer die Aktivisten sind, ist weiterhin unklar, da sie sich die Fingerkuppen entweder verklebt oder eingeritzt hatten.

Auch am Mittwoch gingen die Proteste weiter, indem Aktivisten eine in Flammen stehende Erdkugel auf den Kühlturm des Werks projizierten. „Es ist grotesk, dass trotz beschlossenen Kohleausstiegs mit Datteln 4 noch ein weiteres Kohlekraftwerk in Betrieb gehen soll“, sagte Greenpeace-Klimaexpertin Anike Peters zu der Aktion.

Das Kohlekraftwerk Datteln 4 läuft seit einigen Wochen zeitweise bereits im Probebetrieb. Es soll im Sommer entgegen der Empfehlung der regierungseigenen Kohlekommission ans Netz gehen. Uniper, der Betreiber des Kraftwerks, hatte angekündigt, die übrigen Steinkohlekraftwerke bis 2025 abzuschalten.

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