Umweltbericht hebt ökologische Aufwertung am See hervor

"Kritik fast zynisch"

In den Augen von Kritikern bleibt das Projekt Stadtmühlenbucht am Nordufer des Stausees zwischen den beiden Mühlenbacharmen zweifelhaft. Für Maaike Thomas (Die Grünen) ganz und gar nicht: „Ich empfinde es fast als zynisch, wenn jemand sagt, wir zerstören mit den Wasserspielen eine verwunschene Bucht."

HALTERN

, 02.03.2016, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Umweltbericht hebt ökologische Aufwertung am See hervor

Seit Anfang Februar läuft der Umbau der Stadtmühlenbucht.

"Diese Ansicht geht völlig an der Realität vorbei“, sagte sie in der vergangenen Woche im Ausschuss Stadtentwicklung und Umwelt. Die Ökobilanz eines zuletzt naturfernen Raumes sei verheerend gewesen. Baudezernent Wolfgang Kiski als Verfechter der Idee beobachtet mit Wohlwollen den Fortgang der Arbeiten. „Mitte August könnten grüne Insel, Mühlenweiher und Wasserterrassen fertig sein“, sagte er aktuell auf Nachfrage der Halterner Zeitung.

Ökologische Aufwertung

Die Biotopwert-Bilanz wird sich mit der Neugestaltung des Bereiches an der Strandallee deutlich verändern. Das jedenfalls besagt der für die Änderung des Bebauungsplanes geschriebene Umweltbericht. Darin heißt es unter anderem: Die Bilanz ist mit +870,6 Wertpunkten über das geforderte Maß hinaus mehr als ausgeglichen. Die SPD stimmte der neuen Satzung des Bebauungsplanes trotzdem nicht zu.

Heinrich Wiengarten sagte warum: „Wir sind nach wie vor nicht von diesem Projekt überzeugt.“ Der spätere Unterhaltungsaufwand sei ungeklärt und der ökologische Nutzen von Wasserspielen erschließe sich nicht. Ein weiterer Kritikpunkt seiner Partei ist der Beginn der Bauarbeiten, noch bevor der Rat dem veränderten Bebauungsplan zugestimmt habe. Der erste Spatenstich erfolgte bekanntlich im Januar.

Stadt prüft Uferbauwerke

Vor allem Anwohner des Mühlenbaches brachten im Vorfeld ihren Unmut zum Ausdruck. Sie wünschten sich den Erhalt ihres ungestörten Bereiches und eine Verlegung der Wasserspiele in den Westuferpark oder direkt ans Seeufer. „Kritisch sehen das die, die ihre Gewohnheiten aufgeben müssen“, sagte dazu Anette Fleuster (Die Grünen). Sie forderte die Verwaltung auf, die Rechtmäßigkeit der Uferbauwerke zu prüfen. Einige Anwohner haben Stege bis ans Mühlenbach-Ufer gebaut.

Außer von der SPD wird der Umbau der Stadtmühlenbucht von allen Parteien getragen. „Bei der Neugestaltung handelt es sich nicht um eine isolierte städtebauliche Maßnahme, sondern um die Umsetzung unseres Tourismuskonzeptes“, betonte Wolfgang Ulke (CDU). Einmal mehr hob er die Transparenz des Verfahrens hervor: „Ab Juni 2010 fanden 26 öffentliche Sitzungen, Veranstaltungen und Diskussionen statt. Das Projekt ist offen kommuniziert worden und fand in der Bürgerschaft viel Zuspruch.“ 

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