Unbekannter filmt Mädchen in Umkleidekabine

Eingriff in die Intimsphäre

Zwei junge Schülerinnen (12 und 14) aus Haltern sind in einer Umkleidekabine des Freizeitbades "Aquarell" offenbar ungefragt beim Umziehen gefilmt worden - möglicherweise von einem Mitschüler. Der Fall beschäftigt nun die Polizei.

HALTERN

, 02.09.2015, 15:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Unbekannter filmt Mädchen in Umkleidekabine

Zwei Mädchen sind beim Umziehen im Freizeitbad Aquarell wohl mit einem Smartphone gefilmt worden.

"Wir haben die Ermittlungen aufgenommen", sagt Michael Franz, Sprecher der Kreispolizeibehörde Recklinghausen. Der Vorfall, so Franz, habe sich am Dienstagvormittag beim Schulschwimmen in der Zeit zwischen 10 und 12 Uhr ereignet. Die 14-Jährige sei anschließend in Begleitung ihrer Mutter auf der Polizeiwache erschienen, um Anzeige zu erstatten.

Von oben in die Umkleide

Dabei gab die Jugendliche an, dass jemand ein Handy (Smartphone) von oben in ihre Umkleidekabine gehalten habe. "Als das Mädchen nach oben blickte und dies bemerkte, hat eine junge Person das Handy schnell weggezogen", erklärt Franz. Zu diesem Zeitpunkt, so der Polizeisprecher, habe sich auch eine 12-Jährige in der Kabine befunden. Eine weitere Geschädigte (13) gab an, dass die Kleidung aus ihrem Spind entwendet wurde und an anderer Stelle aufgehangen wurde.

Vieles spricht dafür, dass es sich um einen dummen Jugendstreich handelt. Herunterspielen will der Polizeisprecher den Vorfall aber nicht. "Wir sprechen hier nicht von einem Kavaliersdelikt." Ein solches Vorgehen sei ein deutlicher Eingriff in die Intimsphäre und ein Verstoß gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht.

Video im Netz?

Im sozialen Netzwerk Facebook wird über den Vorfall diskutiert, nachdem eine Zeugin am Dienstag in der Gruppe "Haltern am See" einen entsprechenden Eintrag gepostet hatte. "Heute sind Kinder im Schwimmbad gefilmt worden. Das soll nun schon im Netz sein", äußerte sie unter anderem ihren Unmut. Das im Netz ein Video veröffentlicht wurde, ist Polizeisprecher Michael Franz allerdings nicht bekannt. "Da gilt es nun, die laufenden Ermittlungen abzuwarten."

Die Stadtwerke als Betreiber des Bades bedauern den Vorfall. Sprecher Thomas Liedtke: "Wir würden gerne zur Aufklärung beitragen, aber unser Aufsichtspersonal hat von dieser Situation leider nichts mitbekommen."

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