«Und jetzt noch die Erde retten»

04.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Haltern/Berlin Die letzte Salmonellen-Epidemie, die Schlagzeilen machte, ist noch nicht lange her. Doch abseits der großen Skandale gibt es in der Welt der Lebensmittel auch viele kleine Unstimmigkeiten, die den Verbrauchern weniger präsent sind: Krebs erregende Stoffe im Fleisch beispielsweise oder Uran im Mineralwasser.

An der Bekämpfung solcher Fehlentwicklungen wird sich der Halterner Simon Straub ab dem 1. September ein Jahr lang aktiv beteiligen. Dann beginnt sein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Berliner Verbraucherschutz-Organisation «Foodwatch». Es handelt sich dabei um eine sehr junge Vereinigung, die erst 2002 aus der Taufe gehoben wurde - als Reaktion auf die BSE-Krise. Gründer und Leiter ist der ehemalige Greenpeace-Geschäftsführer Dr. Thilo Bode.

Transparenz

«Transparenz ist hier das oberste Prinzip», erläutert Straub. «Der Verbraucher soll genau wissen, was in den Lebensmitteln drin ist, die er isst. Wenn zum Beispiel Gentechnik bei der Produktion zum Einsatz gekommen ist, soll das auch ausdrücklich auf der Verpackung draufstehen.» Straubs Aufgaben bei Foodwatch: «Zum Beispiel Pressekonferenzen organisieren, das Archiv auf Vordermann bringen oder die rund 10 000 Mitglieder betreuen.» Etwa zehn Menschen arbeiten im Berliner Büro von Foodwatch. Dessen Nähe zum Bundestag ist gewollt - schließlich wird hier vor allem Lobby-Arbeit praktiziert.

Bund-Jugend

In diesem Jahr hat Straub sein Abitur gemacht. An ökologisches Engagement wurde er früh herangeführt: Seine Eltern betreiben einen Bio-Laden in der Innenstadt. Seit längerer Zeit ist Straub auch selber aktiv als Mitglied des NRW-Vorstandes der Bund-Jugend - einer Organisation, die sich für Umwelt und Naturschutz einsetzt. Am letzten Wochenende hat er mit Mitgliedern der Bund-Jugend eine Protestaktion organisiert, bei der die Aktivisten eine Kreuzung in Bochum gesperrt haben, um dort ein Picknick zu veranstalten und dabei über sich selbst und laufende Projekte zu informieren. In der Vergangenheit war er unter anderem an Anti-Castor-Demos beteiligt. «Jetzt noch die Erde retten - mit diesem Motto der Bund-Jugend», so Straub, «kann ich mich gut identifizieren.» ls

www.foodwatch.de

www.bundjugend.de

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